Meine Reisen

Asien, Europa, Amerika… so weit mich mein Geldbeutel fliegen laesst.

Kurztrip nach Antwerpen und Gotye im Sportpaleis

„Einen Tag lang nach Antwerpen fliegen, die Stadt angucken und abends zu dem Gotye-Konzert im Sportpaleis gehen? Am nächsten Morgen gleich wieder nach Deutschland zurück fliegen und das in aller Frühe? …Klingt verrückt genug – das mach ich!“

Das mir dann Abends beim Konzert der Rücken weh tat und die Füße angeschwollen waren, bemerkte ich erst zwischen den Band-Pausen. Auf dem Rückflug übermannte mich auch ein wenig Müdigkeit. Aber – es hatte sich definitiv gelohnt!

Am Donnerstag, den 1. November stand ich rechtzeitig um kurz vor 4 Uhr auf, um noch einmal den Koffer zu überprüfen und mich für die Reise startklar zu machen. Trotz Doppelchecks vergass ich Zahnbürste und Deo. Aber sowas kommt halt in den besten Reisevorbereitungen vor. Mit dem bequemen Regionalzug ging es dann von Potsdam direkt nach Berlin Schönefeld – so weit so gut.

Eine Stunde vor Abflug schlängelte ich mich durch die Sicherheitskontrollen – Check-In war mit meinem Handgepäck nicht nötig und so ging alles sehr schnell und zügig. Im Handumdrehen sass ich im Flieger, drei Sitze für mich allein, kurz vor 7 Uhr. Vor mir eine Werbung für Leckereien, die man an Bord erwerben konnte – auch belgische Waffeln.
Meine Vorfreude wuchs.
Kurz nickte ich ein, dann wurde der Landeanflug angekündigt und erneut fand ich mich auf dem Brüsseler Flughafen wieder. Das dritte Mal in diesem Jahr, langsam fühle ich mich heimisch in Belgien’s Hauptstadt.

Mit Gepäck dann zum Bahnhof, ein Two-Way-Ticket für Antwerpen erstanden und erneut sass ich reibungslos schnell im Zug. Dort war ich relativ alleine, später fand ich heraus, dass in Belgien Feiertag war und auch deshalb alle Geschäfte geschlossen waren.
Nur 39 Minuten brauchte ich von Brüssel bis nach Antwerpen, dabei sass ich sogar in einem Regional-Zug, der kleine verregnet Stationen mit den lustigen Namen wie Mechelen oder Duffel mitnahm.

Antwerpen begrüßte mich eher mit grauen, trüben Wetter, trotzdem war der Hauptbahnhof wahnsinnig beeindrucken und leicht verwirrend. Touristen-like machte ich gleich Fotos bei meiner Ankunft.
Mit dem GPS-Handy meines Bruders irrte ich drei Runden um den Bahnhofsvorplatz – mein Hotel hätte ich schneller gefunden, wenn ich einmal nach oben auf die Beschriftung der Häuser geachtet hätte, als auf das kleine Display in meiner Hand.
Check-In war noch nicht möglich, das Gepäck konnte ich aber vorerst abgeben (Warum ich für nur einen Tag einen ganzen Koffer mitnahm, bleibt mir auch unerklärlich).
Nebenan gab es ein kleines Cafe, indem man mir ein frisches Käsesandwich mit Cola für nur 3 Euro zubereitete. Das Essen in Belgien ist ausnahmslos gut. Ich wurde noch nie enttäuscht.

In der Touristen-Information am Bahnhof beriet mich ein netter Herr, dass am Feiertag fast alle Museen geschlossen waren und erklärte mir den Weg zum Zentrum. Er gab mir den Tipp, das einzig offene Mode-Museum zu besuchen, „since it’s a girly thing“.
Mit 5 verschiedenen Stadtplänen ausgestattet und voller Elan machte ich mich auf den Weg, vorbei an geschlossenen Diamant-Geschäften, flämischen Kunsthäusern und immer wieder umzingelt von Japanern. Ich lernte viel während meinem Aufenthalt in Antwerpen, da es immer japanische Reisegruppen gab, an die ich mich unauffällig hängen konnte.
20 Minuten brauchte ich vom Bahnhof bis zum Grote Markt in Antwerpen, ein paar Souvenir-Läden waren offen, in denen ich mich mit Schokolade und Postkarten eindecken konnte.
13 Uhr begann die Besichtigung der “Onze lieve Vrouwekathedraal”, bis dahin lernte ich noch ein paar japanische Austauschstudenten kennen, denen ich erklärte, dass Belgien so schön war, weil man hier so viele Japaner antraf.

Ich spazierte zum Fluss Scheldt, um den Grote Markt herum und zurück zur Kirche – inzwischen war es 13 Uhr und ich konnte für 3 Euro in die Kirche und Rubens Meisterwerke besichtigen. Ich verbrachte dort eine Stunde, flankiert von Japanern und zusammen stimmten wir in ein „Oooh!“ und „Toll!“ vor den Darstellungen Christis ein.
Ein paar Minuten ruhte ich mich unter den Augen der Jungfrau Maria aus, dann ging ich weiter durch die Stadt. Selbstverständlich gab es belgische Pommes zum Mittagessen. Nach dem Schreiben von Postkarten und Aufwärmen spazierte ich langsam zum Hotel zurück, um mich auszuruhen. Nach einer heißen Dusche war es schon 17 Uhr, deshalb schlüpfte ich in mein Gotye-Tshirt und machte mich auf den Weg zum Sportpaleis.

Mit der U-Bahn, die aussah wie eine Tram fuhr ich nur 5 Stationen bis zu der Haltestelle „Sport“ – vor einer großen Halle hatten sich schon ein paar Menschen versammelt, die mir auch bestätigten, dass sie für Gotye anstanden. Ich war aufgeregt und freute mich auf Wally wie ein kleines Kind.

Pünktlich gegen 18:30 Uhr wurden die Türen geöffnet, ich stürmte in die Halle und ergatterte einen Platz in der ersten Reihe neben einer netten französisch-sprechenden Belgierin. Ich konnte meinen Mantel und meine Tasche bequem über die Eisenabsperrung hängen und bis 20:30 sass ich, um meinen Rücken zu schonen, auf dem Boden. 5000 Menschen versammelten sich um mich herum in dem Sportpaleis, dass dem Berliner Tempodrom sehr ähnelte. Gegen 20:30 Uhr waren auch alle Plätze auf den Rängen belegt. Die Anspannung stieg.
Der erste Künstler der pünktlich halb neun auftrat war Jonti, der das Publikum mit sehr experimenteller Musik aus Ukulele, Gitarre und Computer unterhielt. Der Bass war etwas übersteuert, aber trotzdem gefiel mir diese Art von Musik. Jonti bedankte sich immer wieder, dass man für ihn extra eher erschienen war, das Publikum verabschiedete sich von ihm mit lautem Applaus. Nach Jonti trat die australische Band PVT auf; nach der langen Wartezeit waren die Menschen um mich herum schon etwas ungeduldig und man spürte Enttäuschung, als Wally immer noch nicht auf der Bühne stand. PVT waren trotzdem sehr gut, ähnlich wie Jonti und Gotye arbeiteten sie mit Computern und Samples, aber auch mit Gitarren und Schlagzeug. Sie erinnerten mich ein wenig an eine australische And One Kopie und der Sänger war sehr sympathisch, da er immer wieder Flämisch einwarf oder australische Stereotypen bediente.
Nach PVT bauten die Techniker die Bühne erneut komplett um, das Publikum startete eine Laola-Welle, in der jeder mit einstimmte. Ich möchte an dieser Stelle auch ein Kompliment für das Antwerpener Publikum aussprechen – kein Kreischen, kein Schreien, kein Drängeln und kein Drücken. Neben mir brach schon bei der zweiten Vorband ein Mädchen zusammen, gemeinsam halfen wir ihr, wieder auf die Beine zu kommen. Das Konzert-Erlebnis war also durch das tolle Publikum besonders angenehm.
Endlich trat Gotye auf – gemeinsam mit seiner Band kam er ganz unspektakulär auf die Bühne und begann den Abend mit „The Only Way“. Das Publikum tobte vom ersten Lied an bis zum Ende.
Es wurden auch ältere Lieder wie „Night Drive“, „What do you want“ oder „Seven hours with a backseat driver“ gespielt, vor allem die Animationen zu den einzelnen Liedern waren wieder beeindruckend. Bei „Somebody that I used to know“ bat Wally uns aus Flämisch Kimbra’s Part zu singen und alle halfen kräftig mit. Wally Flämisch sprechen zu hören war sowieso ein ganz tolles Highlight, für das ich hauptsächlich nach Antwerpen gefahren bin.
Gegen Mitternacht und drei Zugabe-Liedern war das Konzert vorbei, ich fing noch das Plektrum des Bassisten der Band und drängelte mich dann erschöpft mit dem Rest des Publikums nach Hause. Die U-Bahnen waren überfüllt, zweimal stieg ich falsch aus, weil ich noch völlig verwirrt-glücklich auf mein Plektrum starrte. Freundliche Belgier wiesen mich aber immer wieder darauf hin, dass ich noch nicht am Hauptbahnhof war.
Erschöpft erreichte ich gegen 1 Uhr mein Hotel und fand nur drei Stunden Schlaf. Immer wieder wachte ich mit der Vorahnung auf, ich würde mein Flieger verpassen. Die Bauplane vor dem Hotelfenster klatschte regennass gegen das Glas und erinnerte mich daran, dass ich nicht zu Hause war. Um 5 Uhr gab ich das Schlafen auf, ging duschen und begab mich zum Check-Out. Obwohl ich das Hotel rechtzeitig verließ, schickte man mich am Bahnhof mehrmals in die Irre, sodass ich meinen Zug verpasste und einen anderen Zug nehmen musste. Ein hübscher junger Schaffner mit niedlichem Akzent zeigte mir endlich den richtigen Zug und wünschte mir viel Erfolg. Mein Umstieg, der in Mechelen statt finden sollte, missglückte auch und ich sass gegen 7:55 Uhr immer noch am Bahnhof fest. Das Gate würde um 8:20 Uhr schließen. Erneut halfen mir nette Belgier, das richtige Gleis zu finden.
8:05 Uhr fuhr mein Zug ein, 8:16 erreichte ich den Flughafen und noch nie hatte ich mich selbst so schnell mit einem Koffer rennen gesehen. Insgeheim hoffte ich, den Flug zu verpassen und länger in Belgien bleiben zu können.

Unwirsch drängelte ich mich durch die Sicherheitskontrolle und rannte zum Gate, kurz vorm Boarding schaffte ich es noch, den Flieger zu erreichen. Schade eigentlich.

Erschöpft und mit wirren Haaren liess ich mich in den Flugzeug-Sessel plumpsen. Neben mir saßen zwei freundliche Belgier, die ihr Deutsch für Berlin übten „Ich mag Sauerkraut.“.
Müde wechselte ich ein paar Worte und die Telefonnummer mit ihnen, dann schlief ich ein.

Als ich Berlin erreichte, wurde ich ein wenig traurig. Obwohl in Deutschland die Sonne schien, erschien es mir trister als Antwerpen im Regen. Vielleicht lag das an den Gesichtern der Menschen um mich herum.

Nächstes Jahr möchte ich nach Brügge fahren, denn schon jetzt vermisse ich die Freundlichkeit der Belgier und die kulinarischen Köstlichkeiten des Landes. Belgien war erneut inspirierend und abwechslungsreich. Das Gotye-Konzert war -wie erwartet – einfach großartig. Am Samstag lag ich etwas erschöpft und krank im Bett, doch der ganze Aufwand hatte sich definitiv gelohnt.
Wally selbst eröffnete sein Konzert am Abend mit den Lyrics aus „The only way“:

„Calm down now baby, the end of the journey’s in sight.
You traveled so far, love, now all of the stars are aligned…“

 

Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass er mich damit meinte.

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Ein Kurztrip nach NRW – Die Reise eines kleinen lustigen Froschs

Vom 18. Juli bis zum 25. Juli war ich kurz entschlossen in Mülheim, Düsseldorf und Bonn.
Eine Woche war ich im schönen Nordrhein-Westfalen unterwegs und da meine Reise eher persönliche Hintergründe hatte, kann ich diesmal gar nicht so viel erzählen, was ich erlebt habe.Natürlich habe ich trotzdem einige Eindrücke und Fotos, die ich gerne mit euch teilen möchte.
Den Blog habe ich heute ganz schnell auf der Rückfahrt getippt – am Freitag bin ich schon wieder in Brüssel und muss deshalb die geschafften Reisen “literarisch abarbeiten”.

Für viele verhasst – der Berliner Linienbus, der mich aber trotzdem sicher und entspannt nach 8 Stunden Fahrt in Essen ablieferte. Früh um 7:30 Uhr ging es von Berlin los, dank Reisetabletten konnte ich mein Schlafdefizit im Bus nachholen.

Die Fahrt ging durch Magdeburg, Hannover, Hamm, Bochum, Dortmund.. eigentlich all die großen Städte, die man schon kennt und an denen man kurz anhält, um Passagiere ein- und auszuladen.

16 Uhr erreichte ich Essen und wurde von @taxamendosa abgeholt – der eigentliche Grund meines Besuchs. Aufgeregt und erschöpft von der langen Fahrt liefen wir ein paar Schritte durch Essen, hatten ein Tee und ein Bier in einem Cafe und fuhren dann nach Mülheim an der Ruhr.

Ruhrpott ist nicht so, wie Ralf Rothmann es in seinem Roman Junges Licht versprochen hat. Es ist nicht so dreckig und herunter gekommen, wie meine komische Vorstellung es angenommen hatte (Asche auf mein Haupt!). Die Menschen sind sehr freundlich und nett, man dutzt sich, überall hat man das Gefühl, einem wird geholfen.
In jeder Stadt finden sich auffällig viele Spiel-Casinos und Sex-Shops. Ruhrpott als Vergnügungsviertel Deutschlands?

Mülheim ist gemütlich, in der Innenstadt finden sich hübsche Fachwerkhäuser, überall blühen Hortensien. Entweder wild oder in süßen Keramiktöpfen. Sowas gefällt.

Die Gegend ist vielseitig. Und obwohl Düsseldorf nicht zum Pott gehört (ich habe mich eines besseren belehren lassen!), hat mir diese Stadt sehr gefallen. Nicht attraktiv, nicht gerade sauber. Aber Japaner. Überall Japaner. Und japanische Produkte. Selbst die Immermannnstraße erinnerte mich ein wenig an ein Boulevard in Osaka, auf dem ich schon mal entlang gelaufen bin. In den japanischen Supermärkten arbeiteten nur Japaner. Dementsprechend wurde man in den Geschäften gut behandelt.

Bei meinem Tagesausflug in Düsseldorf traf ich auch @_tsubakii - zusammen konnten wir echte japanische Purikura schiessen (kleine Fotosticker, die man mit Stift bearbeiten kann).

Im Laden selbst tauschte man das Geld gegen japanische Yen. Es war für mich ein paradoxes Gefühl, auf Japanisch zu bestellen und bedient zu werden, obwohl ich von Deutschen umgeben war. Die Purikura-Automaten waren auch ohne Ton. Das bunte Gequietsche der Frauenstimme in den Automaten vermisste ich das erste Mal in meinem Leben.

Düsseldorf wurde gegen Abend übervoll. Wir zählten 27 Jungesellenenabschieds-Gruppen. Alle gleich geschmacklos und betrunken. Am Rhein sammelten sich Einwohner und Touristen um das Wetter zu genießen und begabten Straßenkünstlern bei Kunsstücken zuzusehen. Das Abendbrot war Japanisch. Udon mit frittierten Tofu. Dazu Kirin Bier. Ich war im siebten Himmel.

Dies war ich sowieso schon, da @taxamendosa sich wunderbar um mich kümmerte. Zusammen hörten wir Bob Dylan, Neil Young und Herbert Grönemeyer, wir verbrachten Nachmittage im Bett wir John Lennon und Yoko Ono und waren mit wenig zufrieden. Künstler-Leben so to say.

Zusammen spazierten wir auch durch Mülheim, entdeckten Wasserwerke und Bodenschätze, Straßenmusikanten und entschieden uns erneut für japanisches Essen – diesmal Sushi in einem Sushi-Restaurant in der Mülheimer Innenstadt.

Sonntag leisteten wir gemeinsam Arbeit für das @Kollektiv12 und hatten viel Spaß abends im Chat. Cole Porter und Blur begleiteten uns.

Montag-Nachmittag musste ich vorerst Abschied nehmen und meine Reise ging weiter nach Bonn – eine liebe Freundin aus Flensburg erwartete mich in ihrer Studienstadt.

Bonn ist zurecht ehemalige Hauptstadt – sehr grün und sauber, die Schloss-Uni-Gebäude haben mich an Potsdam erinnert. Busfahrt 1,80 € für vier Haltestellen fand ich dann aber doch ein bisschen teuer. Meine Freundin wohnte gleich im Zentrum der Stadt, von dort aus waren wir auch schnell an der Uni, in der Altstadt, am Beethoven-Haus und am Frauenmuseum. Der Rundgang wurde gleich noch am Montag, den Tag meiner Ankunft geschafft. Ausklingen ließen wir das Wiedersehen mit einem Cider in einer kleinen gemütlichen Kneipe.
Eine Erinnerung, die ich niemals vergessen werde – der Ausblick vom nächtlichen Kreuzberg auf das glitzernde Köln und Bonn. Meine Freundin führte mich bis an den schönsten Aussichtspunkt, dann liefen wir barfuß zurück zu ihrer Wohnung. In einem heißen Bad entspannten wir und tranken Kirschlikör. Ein perfekter Abend.

Am nächsten Tag ging in es in die kostenlose Fotoausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Dort gab mir meine Freundin auch eine Einsicht in die deutsche Geschichte und ihren Arbeitsplatz. Anschließend ging es in die Kunsthalle Bonn, zu einer 25-Jahre-Pixar-Ausstellung. Ein kleiner Höhepunkt, da ich die tollen Figuren aus „Oben“ oder „Nemo“ bewundern konnte.

Zurück in der Wohnung meiner Freundin wurden Spagetti mit Gemüsesauce und Feta-käse gekocht.
Dazu wurde Futurama geguckt und zum Nachtisch ein Eis. Genuss durch Ferien.

Wir gönnten uns sogar eine Stunde Mittagsschlaf und anschließend tankten wir Sonne im Hofgarten vor der Uni Bonn. Erneut Bier zum Tagesausklang und Falafel-Sandwiches zum Abendbrot. Die Hitze hielt uns auch nicht davon ab, noch einmal entspannt durch die Innenstadt zu spazieren. Ich verabschiedete mich von Beethoven und den beiden Schutzpatronen Bonns.

Am nächsten Tag musste ich schon wieder früh raus, da mein Bus von Essen nach Berlin zurück fuhr. Obwohl ich eine Woche unterwegs war, verging die Zeit wieder viel zu schnell.

Ich habe die Zeit in NRW sehr genossen, ich verdanke die schönen Tage aber auch meinen liebevollen Gastgebern, die sich ganz toll um mich gekümmert haben und mir viel gezeigt haben. Über die Ossi-Wessi-Vorurteile konnten wir zum Glück gemeinsam lachen und selbst wenn ich manchmal berlinert oder gesächselt habe, wurde mir verziehen. ;) Die Mentalität der Menschen in NRW gefällt mir sehr gut, der lockere freundliche Umgang, das unkomplizierte Dutzen.

Am schönsten war wirklich die Städte Bonn und Köln bei Nacht zu sehen. Danke, M. , @taxamendosa und @_tsubakii für die schönen Stunden!

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London 8. Juni bis 11. Juni 2012

Endlich schaffe ich es, den Reisebericht über London zu schreiben. Meine nächste Reise steht bevor und deshalb wird es Zeit die Eindrücken meines letzten Ausflugs hier kurz mit euch zu teilen.

Die Entscheidung nach London zu fliegen war eher eine spontane Aktion, die sich zum Schluss in eine sehr lustige und doch ungeplante Richtung hin entwickelt hat. Alles begann damit, dass ich den Hip-Hop-Künstler Hoodie Allen live in London erleben wollte und ein Ticket für sein Konzert erstand. Später schloss sich mir noch eine sehr gute Freundin aus der Uni an und zuammen planten wir ein kurzes Wochenende in Englands Hauptstadt.

Flug gebucht, billiges Hostel gesucht, Koffer gepackt – so weit so gut. Nur ein Problem gab es schon von Anfang an – das Konzert des Künstlers, dessen Besuch ja meine Hauptintention war, war komplett ausverkauft und meine Freundin hatte kein Ticket mehr erstanden. Wir waren aber zuversichtlich, dass wir vor Ort noch ein Ticket bekommen würden.

Freitag, am 8. Juni ging es dann also los. Meine Freundin, die in der Nähe des Flughafen wohnt, nahm mich bei sich auf und wir verbrachten einen ruhigen Abend bevor wir um 3 Uhr schon aufstehen, uns anziehen und für die bevorstehende Reise fertig machen mussten. Der Flieger ging um 7 Uhr, wir mussten also schon gegen 5 Uhr am Flughafen sein.
Mit der S-Bahn gelangten wir ohne Probleme dahin, vor Ort gab es ein Brötchen als Snack und nach dem Security-Check und dem Boarding war ich schon müde und meine Freundin sehr aufgeregt.

Ankunft in London – London ist nass, kalt und windig. Uns schlug 100% authentisches englisches Wetter entgegen, ehrlich gesagt wäre ich enttäuscht gewesen, wäre es anders gekommen.
Mit einem Bus, der weitaus günstiger als Züge waren, fuhren wir von London Gatwick nach London Victoria Station. Eine Fahr von fast zwei Stunden, bei der man aber schon viel sehen konnte.
Als wir über die Vauxhall Bridge fuhren und somit das Zentrum von London erreichten begann es in Strömen zu regnen, als gute Touristen hatten wir natürlich Schirme dabei.
Was wir nicht mit hatten waren Stadtpläne, da ich mir sicher war, dass man sich vor Ort informieren konnte, tappten wir erstmal etwas ziellos an der Victoria Station umher.
An der Touristen-Information wurde uns dann endlich geholfen und vom Akzent her wurden wir als Schotten eingestuft und nicht als Deutsche. Ein Kompliment.

Mit unserem Gepäck suchten wir dann die passende Bushaltestelle, das war eine Herausforderung in London, der Stadt wo weder Fußgänger noch Autos auf Ampelzeichen Acht geben. Die schönste Erfahrung, die ich in der Stadt gemacht habe, ist wohl die Freundlichkeit der Menschen. Wie oft standen meine Freundin und ich verloren mit der Karte Londons am Straßenrand – wir brauchten niemanden nach dem Weg fragen, Leute kamen sofort zu uns und baten uns ihre Hilfe an.

Mit der Freundlichkeit der Londoner schafften wir es dann auch, das Hostel zu finden, etwas abseits vom Zentrum, in Kennington und deshalb auch sehr günstig. Der Inhaber war nett und zuvorkommend, das Hostel selbst wies “englische Sauberkeit” auf. Egal. Man musste ja nur duschen und schlafen.
Nachdem wir uns des Gepäcks entledigt hatten, ging es gleich wieder raus, Kennington erkunden.

London ist sehr teuer. Ich möchte fast sagen, es ist teurer als Tokyo und das war der einzige Haken an all den Unternehmungen, die wir tätigten. Wir fuhren kein einziges Mal mit der Tube, weil ein Einzelfahrausweis ja an die 8 Euro kostete. Wir nahmen immer den Bus und selbst der war uns so teuer, dass wir oftmals selbst weite Wege zu Fuß in Angriff nahmen. Unser mitgebrachtes Geld wurde nur für Verpflegung ausgegeben, Souvenir-Kauf kam bei den Preisen einfach nicht in Frage.

Durch die kostenlose Führung eines sehr netten Archäologie-Studenten, bekamen wir Informationen über das Zentrum von London, wir sahen den Buckingham Palace, den Big Ben, the Houses of Parliament, 10 Downing Street und und und…
Vom Green Park angefangen hatten wir eine fast 3-stündige Führung durch London’s Innenstadt, dabei lernten wir, wie ein betrunkener Ire einmal in den Buckingham Palace geklettert ist und welche unliebsame Verwandtschaft in den St. James Palace abgeschoben wird.
Natürlich liessen wir auch die kulinarischen Highlights der englischen Hauptstadt nicht aus – es gab bei der Anknunft gleich ein English Breakfast mit gegrillten Tomaten, baked beans, Spiegelei und mushrooms, zum Mittag einigte man sich dann auf Fish&Chips und zum Abendessen gab es Indisch. Mein Favorit ist und wird wohl auch Letzteres bleiben. Im indischen Restaurant wurden wir gut beraten und das Essen war ausgezeichnet, aber eigentlich wurde man überall gut behandelt, selbst wenn sich Fehler in unser gesprochenes Englisch einschlichen.

Abends besuchten wir dann einen Pub in Camden, dem Jugendviertel Londons. Es gab ein paar teure englische Ale in gemütlicher Atmosphäre und Blur drang durch die Lautsprecher der kleinen Einrichtung. Ein Augenblick den ich nie vergessen werde. God save the Queen, God save England.  

Zu dem Konzert des besagten Hip-Hop-Künstlers gingen wir dann schlussendlich auch nicht – wir fuhren vor die Halle, ich versuchte mein Ticket zu verkaufen, aber da niemand Interesse zeigte und meine Freundin und ich auch etwas Pflaster-müde geworden waren, gaben wir schnell auf und verkrochen uns in ein Restaurant.

Wir blieben die ganze Nacht wach, um den Flug am nächsten Morgen rechtzeitig zu erwischen, unser Bus ging um 2 Uhr und gegen 3:50 Uhr erreichten wir London Gatwick. Als ich wieder in Berlin ankam fühlte ich mich dementsprechend müde und irgendwie auch aufgedreht, trotz allem hatte sich die ganze Anstrengung mehr als gelohnt.
London ist definitiv eine aufregende und vielseitige Stadt, die Londoner sind umwerfende Menschen und obwohl ich irgendwie noch mehr von London erwartet hatte, wurde ich trotzdem nicht enttäuscht. Das Bild, was man von TV-Shows und Büchern über London bekommt ist komplett anders, als das, was man dann vor Ort wirklich erlebt. Das sagt man vielleicht bei jeder Stadt, aber Tokyo ist dagegen eher eine Bilderbuch-Stadt, die sich auch an ihre Vorurteile hält. Brüssel war ähnlich. London ist anders. London pulsiert selbst nachts, schillert in vielen Farben und überrascht. Wir haben den kurzen Aufenthalt trotz Geldknappheit sehr genossen.

Das nächste Mal möchte ich Englands Hauptstadt länger besuchen. Zu diesem Zeitpunkt möchte ich aber mehr Geld mitnehmen, um all die Dinge erleben zu können, auf die ich diesmal aus finanziellen Gründen verzichten musste.

Blur haben trotzdem Recht. London Loves.

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Brüssel – meine Eindrücke

Es ist jetzt eine Weile her, dass ich hier geschrieben habe, aber nun möchte ich doch endlich meine persönlichen Eindrücke von Brüssel festhalten.

Kurz zusammen gefasst kann ich nur sagen, dass ich begeistert war und es immer noch bin. Selten habe ich eine so internationale Stadt gesehen, die selbst im Regen wahnsinnig schön ist.

Im strömenden Regen bin ich nämlich abends angekommen, zum Glück hatte ich einen Schirm mit, aber da ich zu der Sorte Frauen gehöre, die keine Karte lesen kann, bin ich erstmal eine halbe Stunde durch die glitzernde belgische Hauptstadt geirrt.
Es war schon dunkel, aber die Pflastersteine haben wirklich im Laternenlicht geglänzt, ich habe es noch nie erlebt, dass eine Stadt abends so attraktiv sein kann.
Ich war bei meiner Ankunft schon auf der richtigen Straße, habe es aber geschafft in die komplett falsche Richtung zu laufen. Deshalb habe ich das Magritte-Museum oder die Onze-Lieve-Vrouw ten Zavel schon bei meiner Ankunft entdeckt. Irgendwann hab ich dann gemerkt, dass ich falsch war und bin einfach umgedreht und mit viel  Glück und netter Auskunft habe ich dann die Unterkunft meines Gastgebers gefunden. Selbiger war sehr freundlich und zuvorkommend, gleich nach meiner Ankunft sind wir schon los und haben in einem leckeren italienischen Restaurant Abendbrot gegessen.
Es wurde auf Französisch bestellt, italienischer Wein getrunken und auf Englisch unterhalten. Ich hab mich gleich wohl gefühlt.
Nie werde ich wohl den Anblick vom Grote Markt und dem Hotel de Ville bei Nacht vergessen, wunderhübsch illuminiert und beeindruckend. Selbst ich musste Touristen-like ein Foto machen.

Mein Gastgeber zeigte mir noch am gleichen Abend das Manneken Pis und wir tranken noch einen köstlichen Tee in einem kleinen Cafe.
Dann ging es zurück in die Wohnung, wo ich schnell einschlief.

Am nächsten Morgen war ich schon um 6 Uhr wach und bereitete mich für meinen kleinen individuellen Stadt-Bummel vor. Mein Gastgeber hatte mir sogar eine Karte mitgegeben und ich hatte mir vorher schon im Internet einige Sehenswürdigkeiten ausgedruckt, die ich sehen wollte. So ging ich “bewaffnet” los.

Brüssel ist wirklich eine schöne Stadt, sehr weitläufig und ich habe es auch nur geschafft, das Zentrum zu sehen. Ich war in zwei wirklich hübschen Kathedralen, am Kunstberg, im riesigen Justizpalast (der wirklich gigantisch ist), an der Börse, in Comic- und Buchläden, im Magritte-Museum, in wunderbaren Restaurants in den ich die besten Pommes der Welt gegessen habe.
Eine belgische Waffel habe ich mir gleich neben dem Manneken Pis gekauft und Schokolade durfte natürlich auch nicht fehlen. ;)
Am meisten beeindruckt hat mich die Onze-Lieve-Vrouw ten Zavel Kathedrale sowie die vielen Comic-Wände, die in der Stadt verteilt sind. Am schönsten war die Bortiergalerij – eine Galerie nur mit Büchergeschäften. Von dieser hatte ich auch schon in meinem anderen Blog geschwärmt und dann auch tatsächlich noch gefunden.
Am Ende dieses Tages war ich natürlich ziemlich müde, hatte aber noch einen tollen Abend mit meinem Gastgeber, da wir uns dazu entschlossen hatten gemeinsam zu kochen.
Zusammen gingen wir einkaufen und es gab Spagetti mit Gemüse-Tomaten-Sauce und dazu richtig gute Musik und lange Gespräche.

Gegen Mitternacht ging ich dann zu Bett, am nächsten Morgen musste ich schon wieder zurück nach Deutschland fliegen. Der morgendliche Marsch durch das noch schlafende Brüssel bis zum Hauptbahnhof wird wohl auch unvergessen bleiben. Im Zug habe ich dann den Sonnenaufgang erlebt.
Ich habe wirklich jede Sekunde in Belgien genossen, in keiner anderen Stadt habe ich so freundliche Menschen erlebt, die so aufgeschlossen und hilfsbereit waren. Das Essen war einfach nur gut. Mein nächster Flug in dieses kleine Land ist schon gebucht – im Juli begebe ich mich wieder hin, diesmal auch nach Antwerpen oder Brügge.
Ich hätte nie gedacht, dass mich ein europäisches Land so begeistern kann.

Leve België

 

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Ein Kurzurlaub in Belgien Teil 1

Es riecht nach Parfuem, frischen Broetchen und Burger King. Neben mir sitzen Englaender und Franzosen, meine Schulter schmerzt vom Riemen meiner Reisetasche – Ich bin auf dem Flughafen Schoenefeld und warte auf meinen Abflug.

In einem spontanen Anfall von
“Ich-will-hier-nur-noch-weg” habe ich mir mit EasyJet einen Flug nach Bruessel gebucht und einen Gastgeber per Couchsurfing gesucht, der mich drei Tage lang ertraegt. Gesagt, getan – Koffer gepackt, Kosmetik in Plastiktueten verstaut, Reisespeck mit Schokolade angefressen (weiss ja nicht, ob ich in Bruessel was zu essen bekomme ;P) und losgefahren.

Die Zugfahrt von Potsdam ist ja mehr als angenehm – ein Zug faehrt zu jeder vollen Stunde direkt durch und man ist in weniger als einer 50 Minuten am Flughafen.

Noch bin ich in Deutschland und mir ist mal wieder aufgefallen, dass unsere Kontrollen sinnlos streng sind (“Bitte packen sie die Kosmetiktasche auch aus. Was ist da drin?” – “Kosmetik.” – “Ach.”).
Den Batterie-Block meiner Kamera musste ich auch noch einmal extra anzeigen, obwohl ich vorher extra gefragt habe “Soll ich die Kamera + Batterie aus der Tasche nehmen?” – “Nein, nicht noetig.”
An dieser einen Sicherheitskontrolle arbeiteten bestimmt an die 8 Leute – und alle gegen einander.

Mal sehen, was mich in Bruessel erwartet. Ich bin dann erstmal auf- und davon und Freitag wieder da. Ich wuensche euch und mir eine schoene Zeit.

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Aufarbeitung meiner Reise – Teil 3 – Der Tempel

Für meine erste Nacht in Kyoto hatte Izumi sich eine weitere Überraschung ausgedacht – wir würden in einem buddhistischen Tempel übernachten, dort auch ein Frühstück bekommen und in aller Frühe Sitzmeditation (“Zazen”) mit einem Mönch im Tempel durchführen.
Für uns drei Mädchen war das alles eine noch völlig neue Erfahrung – deshalb waren wir auch ziemlich aufgeregt.

Nach der Maiko-Foto-Session fuhren wir mit einem Taxi durch enge Gassen und erreichten im Dunkeln den Eingang eines Tempels. Es regnete und es war mehr als dunkel – stockdunkel um genau zu sein. Ich hatte arge Probleme mit meinen Stiefel über die glitschigen Steine zu gelangen, mein Koffer im Schlepptau erleichterte die Sache nicht gerade…
Mit Mühe und Not schafften wir es und tauschten dort gleich am Eingang die Straßen-Schuhe gegen Haus-Slipper. Für mich eine Wohltat nach dem langen Tag in Stiefeln.
Uns empfing eine ältere japanische Frau, sie wirkte etwas streng und kam gleich zum Geschäftlichen. Wir füllten eine Reservierung aus, bezahlten und bekamen einige Anweisungen.
In einem Tempel herrscht schon sehr früh Nachtruhe, Alkohol etc. ist natürlich auch nicht erlaubt.  Um 21 Uhr sollte jeder im Bett sein, gegen 5:30 Uhr war das Aufstehen geplant.
Wir bedankten uns und bekamen ein sehr großes Zimmer zugewiesen, in dem es einen kleinen Tisch, einen Ofen, Tee und einen Kleiderständer gab. In der Ecke waren Futons, Decken und Kissen für uns bereit gelegt worden.
Mein erster Eindruck? Es war super-kalt. Schweine-kalt um genau zu sein. Es gab nur dünne Papierwände, die gleich nach draußen führten und es war noch immer Winter in Japan. Wir stellten gleich den Ofen an, wurden aber nicht so richtig warm.

Vor dem Schlafengehen beschlossen wir, in ein öffentliches Badehaus, einem “Sento” einzukehren. Im alten Japan war es nicht üblich, ein eigenes Badezimmer im Haus zu haben und die wenigen Sentos, die man heute noch in Japan findet, sind Überbleibsel dieser Tradition, “sich öffentlich zu waschen”.

Wir suchten erst einen Supermarkt und deckten uns mit Abendessen und Bier ein. Natürlich war das im Tempel nicht erlaubt, aber wann kam man schon mal mit seinen guten Freunden nach Kyoto? ;) Die Idee kam außerdem von meiner japanischen Freundin, deshalb hatte ich als Ausländer kein schlechtes Gewissen. :)

Danach suchten wir das Sento auf – jeder bezahlte an die 6 Euro und dann waren wir schon in einem Vorraum, in dem wir uns ausziehen konnten und unsere Sachen in einem Spind verstauen konnten. Ich bin nicht unbedingt prüde, aber öffentlich Hygiene zu betreiben ist wohl eine Sache, die ich nie so richtig lernen werde. Es gibt ja sogar noch wenige gemischte Bad-Einrichtungen in Japan… Nun gut, hauptsache man wird halt sauber.

Zu dritt gingen wir dann in den eigentlichen Bad-Raum, in dem es kleine Wasserhähne gab, mit kalten und warmen Wasser, vor denen man knien musste. Man bekam eine Schüssel, in welche man Wasser einlassen konnte und sich damit sozusagen “abduschte”. Das Sento, welches wir besuchten, war noch ein ziemlich altes, in den neueren findet man auch kleine Duschen. So mühten wir uns dann also mit dem Schüsselchen und von dem knien taten mir auch schon bald die Beine weh.
Danach ging es noch in das 50° heiße Bad, ich hielt es da nur 10 Minuten aus und sah dann aus wie ein kleiner Krebs.
Trotzdem tat es nach der Kälte im Tempel sehr gut.

Erfrischt und mit Essen im Gepäck ging es dann zurück zum Tempel – dort schlichen wir in unser Zimmer und verbrachten die restliche Zeit bis 21 Uhr mit Essen, Trinken und Plaudern.
Dann rollten wir noch die Futons aus, nah beieinander, damit es warm blieb und kurz vor dem Schlafen stellten wir den Gasofen aus – beim Aufwachen hatte ich einen Eiszapfen an der Nase. Aber mein Körper war unter dem Futon mollig warm geblieben.

Dann ging es los – der Tempel-Komplex war riesig und wir mussten erstmal den Teil ausfindig machen, indem wir die Sitzmeditation durchführen würden. In Pajama und mit unserem Zabuton (Sitzkissen) in der Hand liefen wir verwirrt um 5 Uhr früh umher, bis uns der Mönch entgegen kam und zeigte, wo das Zazen statt finden würde.
Die Berge waren um diese frühe Stunde noch in Nebel gehüllt und sahen wie Gespenster aus, es war totenstill in Kyoto – und sowas ist in Japan selten. Ich werde wohl nie den frühen Morgen im Tempel vergessen – solch eine Stille hatte ich noch nie erlebt.

Die Sitzmeditation selber war eher unspektakulär – der Mönch erzählte uns etwas über die Wichtigkeit des Meditierens und Vergessens von allen Schmerzen und Leiden, er erklärte uns, wie man sich auf einen Punkt konzentrieren konnte und dann gab es einen lauten “Gong” mit einer mitgebrachten Glocke und wir mussten still sein, aufrecht sitzen und durften nicht die Augen schliessen. Ich konzentrierte mich auf eine Buddha-Statue vor mir – es war auch viel zu kalt, als das man hätte müde werden können.

Das ganze dauerte nicht mal 10 Minuten, dann durften wir schon gehen und das Frühstück wurde uns in einem anderen Zimmer des Tempels serviert.
Buddhistische Mönche essen kein Fleisch – zu meinem Glück. Es gab Reis und Tofu und eingelegtes Gemüse, es gab Seetang und Sojabohnen-Pasten-Suppe mit Pilzen. Das ganze Frühstück war richtig lecker und wir lernten dabei auch noch die anderen Gäste des Tempels kennen – zwei Japanerinnen und ein Mädchen aus Taiwan.

Danach ging es schon wieder weiter – wir packten unsere Sachen und verliessen unsere Unterkunft für eine Nacht. Um 9 Uhr mussten wir schon abreisen. Doch auch an diesem Tag hatten wir schon wieder viel geplant…

Für alle, die auch planen in einem Tempel zu übernachten – ich kann es nur empfehlen. Es ist viel günstiger als ein Hotel (ich habe nur 20 Euro bezahlt), man bekommt Frühstück und ein warmes Bett. Zudem lernt man interessante Leute kennen, vielleicht auch die Familie, die im Tempel wohnt. Um eine Dusche/ein Bad muss man sich selber kümmern, aber das ist in einem Hygiene-liebenden Land wie Japan kein Problem. Die Erfahrung, die man in solch einer Unterkunft macht ist einmalig – die Stille, die Abgeschiedenheit und die Ruhe und Kraft die man dort gewinnen kann. Das sind nicht nur Floskeln. Wenn man einmal aus dem stressigen Strom der japanischen Großstädte entfliehen will, findet man auf jeden Fall einen Ausgleich in einem Tempel. Im Sommer oder Frühling lohnt es sich auf jeden Fall, im Winter sollte man diese Unterkunft eher meiden, wenn man nicht frieren will… ;)

Ich werde meine eine Nacht in Kyoto auf jeden Fall nicht vergessen.

Auf den Fotos bin ich in aller Frühe… ;)

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Aufarbeitung meiner Reise – Teil 2 – Die Maikos

Wie schon vorher erwähnt hatte ich richtig Glück, Izumi als neue Freundin gefunden zu haben. Sie schenkte mir nämlich eine Maiko-Foto-Session zum Geburtstag und das war auch der besondere Ort, an den wir uns jetzt begaben – ein Foto- und Ankleide-Studio.

Nach dem Mittag-Essen liefen wir an den kleine Geschäften von Arashiyama den Weg zurück, den wir gekommen waren und erreichten einen unscheinbaren Eingang, der mit ganz vielen Fotos beklebt war – Fotos von Leuten, die sich schon vorher als Maikos verkleidet hatten.

Eine Maiko ist das, was wir im Westen unter „Geisha“ verstehen – eine Unterhaltungsperson, keine Prostituierte, die eine harte Ausbildung über sich ergehen lassen muss, um mehrere Instrumente spielen zu können, die hohe Kunst der Konversation beherrschen muss und auch tanzen und singen lernen muss. Eine Maiko ist noch die auszubildene Geisha, eine Geisha ist dann sozusagen die Maiko mit Diplom! ;) Ich selber habe den Begriff “Geisha” aber noch nie in Japan gehört, manchmal denke ich sogar, dieser Begriff ist nur westlich geprägt.. Wer genaueres weiß kann mich ja gern aufklären! :)
Natürlich gab es in der alten Hauptstadt Heian damals auch Prostituierte, das waren dann eine sogenannte Oiran, die ihren Kimono auch ganz anders trägt, als eine Maiko.

Eine Maiko trägt weisses Make-up, rote Lippen und schwarzen Lidstrich. Ihr Kimono ist am Nacken offen, aber dafür vorne fest verschlossen. Die Obi-Schleife, also die Gürtel-Schleife befindet sich am Rücken.

Der Kimono der Oiran ist lockerer gebunden, vorne offener und gibt manchmal auch den Blick aufs Dekolleté frei. Die Schleife sitzt vorne. Das Make-up ist freier und kann auch verführerischer sein – auch die Haare können variieren. Das Outfit einer Maiko ist mehr an Konventionen gebunden, als das einer Oiran.

Izumi und ich wurden Maikos, während unsere dritte Freundin im Bunde sich für das Outfit der Oiran entschied. Und schon ging es los.

Wir mussten einen Fragebogen bzgl. Allergien ausfüllen und wurden dann in einen kleinen Umkleideraum geführt. Dort mussten wir alles ablegen, Strümpfe, Pullover, Rock und bekamen einen weißen „Unterkimono“, der sich bei mir kaum binden ließ, aufgrund des „Oberweiten-Unterschieds“. Ich hörte, die Japanerinnen vor Eifersucht seufzen, mir war es eher unangenehm, dass dieses Kleidungsstück nicht passt. Danach bekamen wir „Tabi“ – weiße Socken, die zum Kimono getragen werden und einen Schlitz zwischen großen Zeh und den restlichen Zehen vorweist.

Nach dem Umziehen wurden wir auf Stühle gesetzt und das Schminken begann. Meine Haaren wurden zurück gebunden und in weniger als einer halben Stunde hatten die geschickten Hände der Japanerin mich in eine weiße Maiko verwandelt. Zur erst wurde mein Gesicht mit Öl eingerieben, damit sich das Make-up später besser abwaschen ließ. Danach wurde mit Spachtel und Pinsel großzügig Weiß aufgetragen, dabei wurde darauf geachtet, dass mein ganzes Gesicht weiß war, auch Lippen und Augen, nur der Nacken wurde frei gelassen. Das ist bei Maikos so üblich.

Dann wurde Puder aufgetragen, damit die weiße Farbe sich auch hielt. Meine Augenbrauen wurden mit rot und braun Tönen nach gemalt, dann wurde der schwarze Lidstrich mit roten Akzenten gezogen. Zum Schluss die roten Lippen – perfekt wurden sie nachgezogen und ausgefüllt.

Meine Haare wurden mit einem Haarnetz festgehalten und nur die vorderen Partien und der Pony wurde heraus gekämmt. Dann setzte man eine Perücke auf, die vorderen Partien wurden auf die Perücke zuruückgekämmt und mit Wachs und Haarnadeln befestigt. Die Perücke war sehr schwer und wurde mit Watte ausgestopft, um besseren Halt zu bekommen. Ich liess meine vorderen Haare blond, damit ich den Eindruck einer „ausländischen Maiko“ bestärken konnte. Man hätte sie auch kurzzeitig schwarz färben können.

Dann wurden wir in ein weiteres Ankleide-Zimmer geführt, dort durften wir uns die Kimonos selber aussuchen und auch die passenden Obis und den Schmuck dazu. Ich entschied mich für einen grün-goldenen Kimono, ich wollte schon immer einen grünen Kimono tragen. Sehr geübt und wieder mit einer unglaublichen Geschwindigkeit wurden die Kimonos gebunden – normalerweise ist das sehr anstrengend und schwer, man muss alle Lagen einzeln legen, es gibt auch eine Vorschrift, wie jede Falte zu liegen hat. Man bekam einen extra-Kragen und einen weiteren „Unterkimono“ unter dem eigentlichen Kimono, darüber dann das eigentliche Kleidungsstück, der Obi wurde mehrfach herum gewickelt und zur Schleife gebunden. Darüber kam Schmuck und eine Brosche. Ich glaube man kann sich vorstellen, dass es sehr schwer war, sich in all dem zu bewegen. Die Perücke war schon eine Herausforderung, und der Kimono tat sein übriges.

Danach noch Getas – die passenden Sandalen zum Kimono. Beim Haarschmuck entschied ich mich für weiße Blüten – mein Kimono war schon auffällig genug deshalb sollte mein Haar eher „zurückhaltend“ sein.

Fertig!

Meine Freundin Izumi hatte sich für einen roten Kimono entschieden und sah einfach nur klasse aus. Ich bin ja der Meinung, dass diese Art von Make-up nur am besten zu einer Japanerin passt. Zusammen schossen wir dann unzählige Fotos und hatten sogar noch einen professionellen Fotoshoot vor einer Leinwand.

Uns wurde sogar erlaubt, mit dem Kimono durch Arashiyama zu fahren – es regnete und deshalb durften wir nicht mit den kostbaren Seidenkleidern herum laufen, aber uns wurde eine Rikscha bestellt und wir wurden durch Arashiyama gezogen und bekamen dazu noch eine ausführliche Erklärung zu allen Tempeln und Schreinen, an denen wir vorbei fuhren.

Ich genoss sichtlich die Aufmerksamkeit der ansässigen Japaner und der herumlaufenden Touristen. Der Rikscha-Fahrer war sehr charmant und so hatten wir einen Riesen-Spaß.

Mit allem drum und dran dauerte das Ganze an die 4 Stunden, auch das Abschminken war ganz schön kompliziert. Vor dem eigentlich Abwaschen mit Wasser mussten wir erneut alles mit Öl einreiben, damit die Farbe besser abging, wir entfernten Lippenstift und Augen-Make-up extra mit Wattepads und wuschen dann das gesamte Gesicht und den Nacken. Das dauerte vielleicht eine halbe Stunde, bis wirklich alles Weiß abgewaschen war. Die Haare wuschen wir auch und dann zogen wir uns wieder um.

Ich bin Izumi immer noch so dankbar für diese Erfahrung, die ich an diesem Tag gemacht hatte. Wir bekamen die Fotos vom Shooting dann ausgedruckt und auch auf CD und bedankten uns mehrfach bei dem Team des Fotostudios.

Eine wunderbare Sache, die ich jedem nur empfehlen kann, wenn er mal nach Kyoto fährt. Als Ausländer wäre es ganz hilfreich ein bisschen Japanisch zu verstehen, vor allem, wenn man Anfangs die Fragebögen ausfüllen muss. Oder man nimmt sich gleich eine japanische Begleitung mit, die einem hilft.

In die Kimonos passt man aber allemal, ich bin 180 cm groß und auch etwas kräftiger und hatte keine Schwierigkeiten. :)

Und hier ein paar Fotos…

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Aufarbeitung meiner Reise – Teil 2

Am 21. Januar verliess ich Tokyo dann erneut und das relativ früh. Durch den Jetlag war ich schon um 3 Uhr wach – und das war gut so, denn ich muste zu dieser Uhrzeit schon los. Um 7:30 Uhr traf ich mich am Flughafen Haneda mit meiner Freundin – eine Reise nach Kyoto und Osaka war geplant.

Ich hatte richtig Glück gehabt, dieses Mädchen kennen zu lernen. Bei einem Dir en grey Konzert in Deutschland stand sie hinter mir und am kommenden Tag bei einer Autogramm-Stunde traf ich sie erneut. Dir en grey ist meine persönliche Lieblingsband und auch einer der Gründe, warum ich immer wieder nach Japan reise. Als ich sie dann das zweite Mal sah, dachte ich, es wäre Schicksal und sprach sie an.
So wurden wir Freunde und sie organisierte die Reise nach Kyoto und Osaka für mich bis ins kleinste Detail – dafür bin ich ihr auch heute noch dankbar.

Um 5 Uhr fuhr unser Bus nach Haneda, mein Freund machte extra ein Frühstück für mich und kaufte einen Apfel, damit ich etwas Proviant hatte. Ich Raben-Freundin war aber so aufgeregt, dass ich das Essen in seiner Tasche vergass. :(

Nach einigen Kommunikationsschiwerigkeiten (kein Internet, kein Handy) traf ich meine Freundin dann in der Haupthalle des Flughafens, ich war zum ersten Mal in Haneda, da nur der Flughafen Narita für internationale Flüge gebaut worden war. Haneda war kleiner und übersichtlicher als Narita, aber genau so gepflegt und sauber. Überall gab es Souvenir-Stände und an jeder Ecke fand man hilfsbereite Service-Kräfte, die man nach der Auskunft fragen konnte. Mir gefiel es dort sofort.

Als ich mich von meinem  Freund schon wieder verabschiedet hatte, ging es zum Flieger. Meine Freundin und ich lachten noch, da wir ein kleineres Flugzeug entdeckten, welches mit Pokemon bedruckt war. Davon war ich so begeistert, dass ich ein Foto knipste – und es kam noch besser. Dieses Pokemon Flugzeug war genau unsere Maschine. Dafür liebe ich Japan – ein Land in dem man selbst mit 30 noch Kind sein darf und sich nicht über Pokemon am Flugzeug wundert.
In nur einer Stunde waren wir in Osaka. Eine weitere Freundin stiess zu uns und so erreichten wir zu dritt den südwestlichen Teil Japans. Dort angekommen mussten wir in die Nachbar-Präfektur Kyoto – endlich hatte sich mein großer Reisewunsch erfüllt und ich schaffte es, nach Kyoto zu kommen. Schon bei meiner ersten Japan-Reise gab es keinen Ort, den ich lieber besuchen wollte. Mit all seinen Tempeln und Schreinen war Kyoto wohl der Touristen-Magnet überhaupt und ich wollte mich dazu gesellen.

Nachdem wir Preise überprüft hatten, fanden wir heraus, dass es von Osaka weitaus günstiger und schneller war, mit dem Zug zu fahren. Also für alle, die eine ähnliche Reise antreten wollen – wer keine Angst davor hat, ein par Mal umzusteigen, der sollte den Zug nehmen. Die Ersparnis ist enorm.  Wir fuhren bis Arashiyama, ich glaube das waren so ungefär 1 1/2 Stunden. Vielleicht auch weniger. Ich war von der an mir vorbeiziehenden Landschaft faszniniert und auch ein bisschen müde vom Jetlag. Aber die Aufregung war größer.

In Kyoto Arashiyama entdeckte ich dann auch das Kyoto, was ich gesucht hatte – große mit Kiefern bedeckte Berge, die in Wolken und Nebel gehüllt waren, Bambus-Wälder, viele kleine Tempel und traditionelle Restaurants die mit kulinarischen Kötlichkeiten lockten. Wir entschieden uns für ein typisches Kyotoer gericht – Soba (Buchweizennudeln) in Brühe mit Yuba (die “Haut” von Tofu). Soba schmecken in Kyoto anders als in Tokyo, das musste ich auch feststellen. Aber das Gericht war sehr lecker.

Meine Freundin hatte für mich ein Geburtsagsgeschenk vorbereitet, gegen 14 Uhr führte sie mich in ein ganz besonderes Studio. Dazu in den folgenden Einträgen mehr…

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Kurzer Zwischenstopp…mal wieder.

Ich bin eine schlechte Bloggerin, schon wieder muss ich meine Leser vertroesten. Gerade sitze ich in der Uni, habe noch eine Stunde Zeit bis zur naechsten Klausur – und genau da liegt mein Problem.
Aufgrund von Klausuren und Essays schaffe ich es wieder nicht, Japan aufzuarbeiten. Aber bald habe ich Ferien, noch ein bisschen Geduld. Ich kann mich nur fuer das staendige Aufschieben entschuldigen.

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Aufarbeitung meiner Reise – Teil I

Jetzt ist es endlich so weit. Ein paar Tage nach meiner Ankunft in Deutschland sind vergangen und ich fuehle mich wieder einigermassen stark genug, in die Tasten zu hauen. Aus Japan habe ich mir nicht nur tolle Erfahrungen und Erinnerungen mitgebracht, sondern leider auch eine ganz schoen fiese Grippe. Die hat mich bis heute ziemlich ausser Gefecht gesetzt, aber langsam gehts wieder bergauf und ich fuehle mich fit fuers Bloggen.

Nochmals ein grosses “Sorry” an all meine Leser, die mehr erwartet hatten und so enttaeuscht wurden – die Internet-Verbinung war halt doch wieder Erwarten schlecht und ich hatte nie genug Zeit ausfuehrlich zu bloggen. Jetzt also der Reisebericht im Nachgang. Ich denke, das ist vielleicht auch nicht ganz schlecht.

Meine Ankunft in Japan war so wie immer, fast schon unspektakulaer beim dritten Mal. Ich kannte den Flughafen schon sehr gut, ich kannte die Reisepass-Kontrolle, das perfekt organisierte Anstehen dafuer, die kleinen Zettelchen, die man vorher schon ausfuellen musste.
Japaner sind etwas streng mit der Immigration – man muss schon im Flugzeug einen Zettel ausfuellen, wie lange man gedenkt zu bleiben, Name, Adresse des Hotels/des Ortes an dem man sich aufhalten wird, Reisepass-Nummer etc.
Das gibt man dann alles bei der Einreise ab, zusammen mit dem Reisepass und waehrend der Beamte alles ueberprueft, muss man auch ein Foto knipsen lassen und Fingerabdruecke abgeben. Obwohl ich das schon alles kannte, gab es eine Sache, die mich sehr ueberraschte – die auffallend geringe Auslaenderzahl, die einreiste. Die meisten derjenigen, die den Pass zeigen mussten, waren auch nur Passagiere, die ihren Anschluss-Flug erwarteten. Wir waren vielleicht… 15 oder 20  Menschen, die am “Foreign Passport” Schalter standen. Ich war etwas schockiert.

Mein Flug hatte schon Verspaetung und bei der Koffer-Ausgabe gab es dann auch nochmal einige Verzoegerungen, sodass ich meinen armen Freund 3 Stunden vor der Halle warten liess. Durch den Zoll musste ich auch noch und vergewissern, dass ich kein Fleisch und nicht zu viel Alkohol bei mir trug. Dann war ich endlich raus aus der Sicherheitszone und traf meinen Freund in der grossen Ankunfthalle. Entgegen allem japanischen Benehmen kuesste ich ihn auch gleich. :D

Dann nahmen wir einen Bus nach Hause – nach Hause hiess in die Stadt Tama, wo ich fuer die kommende Woche bei meinem Freund unterkommen konnte. Tama gehoert immer noch zu Tokyo, also offiziell war ich natuerlich eine Woche lang in Tokyo untergebracht. Der Flughafen Narita liegt ziemlich weiter ausserhalb von Tokyo, eigentlich schon in der Praefektur Chiba. Deshalb brauchten wir mit dem Bus auch an die 2 Stunden nach Tama Center, von dort aus nochmal ein paar Minuten zu Fuss bis zum Haus meines Freundes.
Dort angekommen stellte ich mich erstmal unter die kleine aber feine Dusche – in Japan gibt es ja eine voellig andere Badekultur als bei uns, aber dazu in den kommenden Eintraegen mehr.

Es war so gegen Nachmittag, als ich endlich mal das Gefuehl von “Angekommen” hatte, dann stellte ich mich auch der Familie meines Freundes vor, ueberreichte Gastgeschenke und verbrachte eigentlich den Rest des Tages nur damit, zu schlafen und zu relaxen. Nach dem langen Flug konnte ich mich nicht dafuer motivieren noch einmal irgendwo hinzugehen.
Zudem war am naechsten Tag gleich mein Weiterflug nach Kyoto geplant und ich packte dafuer nur meine Tasche.

Mein erster Tag in Japan war recht unspektakulaer, fuer mich hatte sich nicht viel veraendert und im Nachhinein empfand ich das eher als gruselig – nach solch einer grossen Katastrophe im Jahr 2011 hatte sich nichts veraendert..?
Das ist mir dann aber erst im Laufe der Tage richtig bewusst geworden.

Dazu aber spaeter mehr….

 

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