Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

London 8. Juni bis 11. Juni 2012

- Juli 12, 2012

Endlich schaffe ich es, den Reisebericht über London zu schreiben. Meine nächste Reise steht bevor und deshalb wird es Zeit die Eindrücken meines letzten Ausflugs hier kurz mit euch zu teilen.

Die Entscheidung nach London zu fliegen war eher eine spontane Aktion, die sich zum Schluss in eine sehr lustige und doch ungeplante Richtung hin entwickelt hat. Alles begann damit, dass ich den Hip-Hop-Künstler Hoodie Allen live in London erleben wollte und ein Ticket für sein Konzert erstand. Später schloss sich mir noch eine sehr gute Freundin aus der Uni an und zuammen planten wir ein kurzes Wochenende in Englands Hauptstadt.

Flug gebucht, billiges Hostel gesucht, Koffer gepackt – so weit so gut. Nur ein Problem gab es schon von Anfang an – das Konzert des Künstlers, dessen Besuch ja meine Hauptintention war, war komplett ausverkauft und meine Freundin hatte kein Ticket mehr erstanden. Wir waren aber zuversichtlich, dass wir vor Ort noch ein Ticket bekommen würden.

Freitag, am 8. Juni ging es dann also los. Meine Freundin, die in der Nähe des Flughafen wohnt, nahm mich bei sich auf und wir verbrachten einen ruhigen Abend bevor wir um 3 Uhr schon aufstehen, uns anziehen und für die bevorstehende Reise fertig machen mussten. Der Flieger ging um 7 Uhr, wir mussten also schon gegen 5 Uhr am Flughafen sein.
Mit der S-Bahn gelangten wir ohne Probleme dahin, vor Ort gab es ein Brötchen als Snack und nach dem Security-Check und dem Boarding war ich schon müde und meine Freundin sehr aufgeregt.

Ankunft in London – London ist nass, kalt und windig. Uns schlug 100% authentisches englisches Wetter entgegen, ehrlich gesagt wäre ich enttäuscht gewesen, wäre es anders gekommen.
Mit einem Bus, der weitaus günstiger als Züge waren, fuhren wir von London Gatwick nach London Victoria Station. Eine Fahr von fast zwei Stunden, bei der man aber schon viel sehen konnte.
Als wir über die Vauxhall Bridge fuhren und somit das Zentrum von London erreichten begann es in Strömen zu regnen, als gute Touristen hatten wir natürlich Schirme dabei.
Was wir nicht mit hatten waren Stadtpläne, da ich mir sicher war, dass man sich vor Ort informieren konnte, tappten wir erstmal etwas ziellos an der Victoria Station umher.
An der Touristen-Information wurde uns dann endlich geholfen und vom Akzent her wurden wir als Schotten eingestuft und nicht als Deutsche. Ein Kompliment.

Mit unserem Gepäck suchten wir dann die passende Bushaltestelle, das war eine Herausforderung in London, der Stadt wo weder Fußgänger noch Autos auf Ampelzeichen Acht geben. Die schönste Erfahrung, die ich in der Stadt gemacht habe, ist wohl die Freundlichkeit der Menschen. Wie oft standen meine Freundin und ich verloren mit der Karte Londons am Straßenrand – wir brauchten niemanden nach dem Weg fragen, Leute kamen sofort zu uns und baten uns ihre Hilfe an.

Mit der Freundlichkeit der Londoner schafften wir es dann auch, das Hostel zu finden, etwas abseits vom Zentrum, in Kennington und deshalb auch sehr günstig. Der Inhaber war nett und zuvorkommend, das Hostel selbst wies „englische Sauberkeit“ auf. Egal. Man musste ja nur duschen und schlafen.
Nachdem wir uns des Gepäcks entledigt hatten, ging es gleich wieder raus, Kennington erkunden.

London ist sehr teuer. Ich möchte fast sagen, es ist teurer als Tokyo und das war der einzige Haken an all den Unternehmungen, die wir tätigten. Wir fuhren kein einziges Mal mit der Tube, weil ein Einzelfahrausweis ja an die 8 Euro kostete. Wir nahmen immer den Bus und selbst der war uns so teuer, dass wir oftmals selbst weite Wege zu Fuß in Angriff nahmen. Unser mitgebrachtes Geld wurde nur für Verpflegung ausgegeben, Souvenir-Kauf kam bei den Preisen einfach nicht in Frage.

Durch die kostenlose Führung eines sehr netten Archäologie-Studenten, bekamen wir Informationen über das Zentrum von London, wir sahen den Buckingham Palace, den Big Ben, the Houses of Parliament, 10 Downing Street und und und…
Vom Green Park angefangen hatten wir eine fast 3-stündige Führung durch London’s Innenstadt, dabei lernten wir, wie ein betrunkener Ire einmal in den Buckingham Palace geklettert ist und welche unliebsame Verwandtschaft in den St. James Palace abgeschoben wird.
Natürlich liessen wir auch die kulinarischen Highlights der englischen Hauptstadt nicht aus – es gab bei der Anknunft gleich ein English Breakfast mit gegrillten Tomaten, baked beans, Spiegelei und mushrooms, zum Mittag einigte man sich dann auf Fish&Chips und zum Abendessen gab es Indisch. Mein Favorit ist und wird wohl auch Letzteres bleiben. Im indischen Restaurant wurden wir gut beraten und das Essen war ausgezeichnet, aber eigentlich wurde man überall gut behandelt, selbst wenn sich Fehler in unser gesprochenes Englisch einschlichen.

Abends besuchten wir dann einen Pub in Camden, dem Jugendviertel Londons. Es gab ein paar teure englische Ale in gemütlicher Atmosphäre und Blur drang durch die Lautsprecher der kleinen Einrichtung. Ein Augenblick den ich nie vergessen werde. God save the Queen, God save England.  

Zu dem Konzert des besagten Hip-Hop-Künstlers gingen wir dann schlussendlich auch nicht – wir fuhren vor die Halle, ich versuchte mein Ticket zu verkaufen, aber da niemand Interesse zeigte und meine Freundin und ich auch etwas Pflaster-müde geworden waren, gaben wir schnell auf und verkrochen uns in ein Restaurant.

Wir blieben die ganze Nacht wach, um den Flug am nächsten Morgen rechtzeitig zu erwischen, unser Bus ging um 2 Uhr und gegen 3:50 Uhr erreichten wir London Gatwick. Als ich wieder in Berlin ankam fühlte ich mich dementsprechend müde und irgendwie auch aufgedreht, trotz allem hatte sich die ganze Anstrengung mehr als gelohnt.
London ist definitiv eine aufregende und vielseitige Stadt, die Londoner sind umwerfende Menschen und obwohl ich irgendwie noch mehr von London erwartet hatte, wurde ich trotzdem nicht enttäuscht. Das Bild, was man von TV-Shows und Büchern über London bekommt ist komplett anders, als das, was man dann vor Ort wirklich erlebt. Das sagt man vielleicht bei jeder Stadt, aber Tokyo ist dagegen eher eine Bilderbuch-Stadt, die sich auch an ihre Vorurteile hält. Brüssel war ähnlich. London ist anders. London pulsiert selbst nachts, schillert in vielen Farben und überrascht. Wir haben den kurzen Aufenthalt trotz Geldknappheit sehr genossen.

Das nächste Mal möchte ich Englands Hauptstadt länger besuchen. Zu diesem Zeitpunkt möchte ich aber mehr Geld mitnehmen, um all die Dinge erleben zu können, auf die ich diesmal aus finanziellen Gründen verzichten musste.

Blur haben trotzdem Recht. London Loves.


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