Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

Ein Kurztrip nach NRW – Die Reise eines kleinen lustigen Froschs

- Juli 25, 2012

Vom 18. Juli bis zum 25. Juli war ich kurz entschlossen in Mülheim, Düsseldorf und Bonn.
Eine Woche war ich im schönen Nordrhein-Westfalen unterwegs und da meine Reise eher persönliche Hintergründe hatte, kann ich diesmal gar nicht so viel erzählen, was ich erlebt habe.Natürlich habe ich trotzdem einige Eindrücke und Fotos, die ich gerne mit euch teilen möchte.
Den Blog habe ich heute ganz schnell auf der Rückfahrt getippt – am Freitag bin ich schon wieder in Brüssel und muss deshalb die geschafften Reisen „literarisch abarbeiten“.

Für viele verhasst – der Berliner Linienbus, der mich aber trotzdem sicher und entspannt nach 8 Stunden Fahrt in Essen ablieferte. Früh um 7:30 Uhr ging es von Berlin los, dank Reisetabletten konnte ich mein Schlafdefizit im Bus nachholen.

Die Fahrt ging durch Magdeburg, Hannover, Hamm, Bochum, Dortmund.. eigentlich all die großen Städte, die man schon kennt und an denen man kurz anhält, um Passagiere ein- und auszuladen.

16 Uhr erreichte ich Essen und wurde von @taxamendosa abgeholt – der eigentliche Grund meines Besuchs. Aufgeregt und erschöpft von der langen Fahrt liefen wir ein paar Schritte durch Essen, hatten ein Tee und ein Bier in einem Cafe und fuhren dann nach Mülheim an der Ruhr.

Ruhrpott ist nicht so, wie Ralf Rothmann es in seinem Roman Junges Licht beschrieben hat. Es ist nicht dreckig und herunter gekommen, so wie ich es mir durch das Buch „vorbelastet“ vorgestellt hatte (Asche auf mein Haupt!). Die Menschen sind sehr freundlich und aufgeschlossen, man dutzt sich, überall hat man das Gefühl, einem wird geholfen.
In jeder Stadt finden sich auffällig viele Spiel-Casinos und Sex-Shops. Ruhrpott – das Vergnügungsviertel Deutschlands?

Mülheim ist gemütlich, in der Innenstadt finden sich hübsche Fachwerkhäuser, überall blühen Hortensien. Entweder wild oder in süßen Keramiktöpfen. Sowas gefällt.

Die Gegend ist vielseitig. Und obwohl Düsseldorf nicht zum Pott gehört (ich habe mich eines besseren belehren lassen!), hat mir diese Stadt sehr gefallen. Nicht attraktiv, nicht gerade sauber. Aber Japaner. Überall Japaner. Und japanische Produkte. Selbst die Immermannnstraße erinnerte mich ein wenig an ein Boulevard in Osaka, auf dem ich schon einmal entlang gelaufen bin. In den japanischen Supermärkten arbeiteten nur Japaner. Dementsprechend wurde man in den Geschäften gut behandelt.

Bei meinem Tagesausflug in Düsseldorf traf ich auch @_tsubakii – zusammen konnten wir echte japanische Purikura schiessen (kleine Fotosticker, die man mit Stift bearbeiten kann).

Im Laden selbst tauschte man das Geld gegen japanische Yen. Es war für mich ein paradoxes Gefühl, auf Japanisch zu bestellen und bedient zu werden, obwohl ich von Deutschen umgeben war. Die Purikura-Automaten waren auch ohne Ton. Das bunte Gequietsche der Frauenstimme in den Automaten vermisste ich das erste Mal in meinem Leben.

Düsseldorf wurde gegen Abend übervoll. Wir zählten 27 Jungesellenenabschieds-Gruppen. Alle gleich geschmacklos und betrunken. Am Rhein sammelten sich Einwohner und Touristen um das Wetter zu genießen und begabten Straßenkünstlern bei Kunsstücken zuzusehen. Das Abendbrot war Japanisch. Udon mit frittierten Tofu. Dazu Kirin Bier. Ich war im siebten Himmel.

Dies war ich sowieso schon, da @taxamendosa sich wunderbar um mich kümmerte. Zusammen hörten wir Bob Dylan, Neil Young und Herbert Grönemeyer, wir verbrachten Nachmittage im Bett wir John Lennon und Yoko Ono und waren mit wenig zufrieden. Künstler-Leben so to say.

Zusammen spazierten wir auch durch Mülheim, entdeckten Wasserwerke und Bodenschätze, Straßenmusikanten und entschieden uns erneut für japanisches Essen – diesmal Sushi in einem Sushi-Restaurant in der Mülheimer Innenstadt.

Sonntag leisteten wir gemeinsam Arbeit für das @Kollektiv12 und hatten viel Spaß abends im Chat. Cole Porter und Blur begleiteten uns.

Montag-Nachmittag musste ich vorerst Abschied nehmen und meine Reise ging weiter nach Bonn – eine liebe Freundin aus Flensburg erwartete mich in ihrer Studienstadt.

Bonn ist zurecht ehemalige Hauptstadt – sehr grün und sauber, die Schloss-Uni-Gebäude haben mich an Potsdam erinnert. Busfahrt 1,80 € für vier Haltestellen fand ich dann aber doch ein bisschen teuer. Meine Freundin wohnte gleich im Zentrum der Stadt, von dort aus waren wir auch schnell an der Uni, in der Altstadt, am Beethoven-Haus und am Frauenmuseum. Der Rundgang wurde gleich noch am Montag, den Tag meiner Ankunft geschafft. Ausklingen ließen wir das Wiedersehen mit einem Cider in einer kleinen gemütlichen Kneipe.
Eine Erinnerung, die ich niemals vergessen werde – der Ausblick vom nächtlichen Kreuzberg auf das glitzernde Köln und Bonn. Meine Freundin führte mich bis an den schönsten Aussichtspunkt, dann liefen wir barfuß zurück zu ihrer Wohnung. In einem heißen Bad entspannten wir und tranken Kirschlikör. Ein perfekter Abend.

Am nächsten Tag ging in es in die kostenlose Fotoausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Dort gab mir meine Freundin auch eine Einsicht in die deutsche Geschichte und ihren Arbeitsplatz. Anschließend ging es in die Kunsthalle Bonn, zu einer 25-Jahre-Pixar-Ausstellung. Ein kleiner Höhepunkt, da ich die tollen Figuren aus „Oben“ oder „Nemo“ bewundern konnte.

Zurück in der Wohnung meiner Freundin wurden Spagetti mit Gemüsesauce und Feta-käse gekocht.
Dazu wurde Futurama geguckt und zum Nachtisch ein Eis. Genuss durch Ferien.

Wir gönnten uns sogar eine Stunde Mittagsschlaf und anschließend tankten wir Sonne im Hofgarten vor der Uni Bonn. Erneut Bier zum Tagesausklang und Falafel-Sandwiches zum Abendbrot. Die Hitze hielt uns auch nicht davon ab, noch einmal entspannt durch die Innenstadt zu spazieren. Ich verabschiedete mich von Beethoven und den beiden Schutzpatronen Bonns.

Am nächsten Tag musste ich schon wieder früh raus, da mein Bus von Essen nach Berlin zurück fuhr. Obwohl ich eine Woche unterwegs war, verging die Zeit wieder viel zu schnell.

Ich habe die Zeit in NRW sehr genossen, ich verdanke die schönen Tage aber auch meinen liebevollen Gastgebern, die sich ganz toll um mich gekümmert haben und mir viel gezeigt haben. Über die Ossi-Wessi-Vorurteile konnten wir zum Glück gemeinsam lachen und selbst wenn ich manchmal berlinert oder gesächselt habe, wurde mir verziehen.😉 Die Mentalität der Menschen in NRW gefällt mir sehr gut, der lockere freundliche Umgang, das unkomplizierte Dutzen.

Am schönsten war wirklich die Städte Bonn und Köln bei Nacht zu sehen. Danke, M. , @taxamendosa und @_tsubakii für die schönen Stunden!

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4 responses to “Ein Kurztrip nach NRW – Die Reise eines kleinen lustigen Froschs

  1. taxamendosa sagt:

    Rothmanns Beschreibungen des Ruhrpotts beziehen sich auch oftmals auf eine Zeit die sich in die 70er Jahre verorten lässt, und dem entspricht es dann doch unheimlich stark. Aber stimmt schon, es ist wirklich sehr sauber und aufgeräumt geworden, allerdings nur im innerstädtischen Bereich. Ich nehm dich nächstes mal mit in die wirklichen hässlichen Vororte Duisburgs, Essens und Mülheims.❤

  2. […] einmal in Europa. Als man mich darum bat, fuer Ruhrbarone.de zu schreiben, dachte ich zu erst an meinen kurzen Aufenthalt vor drei Jahren im schönen Mülheim an der Ruhr […]

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