Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

Nachtrag – ein kurzer Blogpost aus Russland

- März 3, 2014

Ankunft in Moskau – verlassen und sauber wie ich es gewohnt bin. Ein riesengroßer Flughafen, der vor allem zur Abendstunde einsam wird. Woher ich das jetzt schon weiß?

Ich habe hier schon einmal 6 Stunden auf meinen Anschluss-Flug gewartet und hatte damals ein richtig spannendes Buch mit, welches es mir möglich machte, die Zeit zu verkürzen. 
Etwas wagemutig habe ich mich in ein Cafe direkt an eine große Glasfront mit Blick auf Startbahn gesetzt. Es gibt im ganzen Flughafen keinen Geld-Automaten, aber trotzdem habe ich einfach einen Lachs-Bagel und einen zuckersüßen Pfefferminz-Tee bestellt, der etwas im trockenen Hals kratzt. Ich verlasse mich darauf, dass meine EC-Karte akzeptiert wird. Natürlich habe ich genug Geld mit – aber das ist alles schon in Yen umgetauscht und deshalb bestimmt noch nicht einsetzbar. 
Der süße Tee zerrt ein bisschen an meinen Zähen, aber der Bagel ist sehr lecker. Im Flugzeug gab es nur einen kleinen veganen Nudelsalat und zwei Scheiben geschnittene Orange. 
Ich hatte zwar vorsorglich eine vegetarische Mahlzeit bestellt, aber von „einer kleinen Portion“ war nie die Rede. 
Egal. Der Bagel wird hoffentlich bis Abends vorhalten.

Hier ist es fast schon 17 Uhr, die Sonne kneift trotzdem noch in den Augen. Mir den Platz direkt am Fenster zu suchen war nicht so schlau, trotzdem ist der Sessel so herrlich durchgesessen, dass ich nicht aufstehen will.
 In wenigen Stunden bin ich zu Hause, zurück in Narita. 
Dabei begann der Morgen nicht gerade perfekt.

Noch nie habe ich irgendetwas verschlafen und immer höre ich den Wecker, schon allein weil mein Schlaf vor solchen wichtigen Reisen unruhig ist. Doch heute früh war mein Wecker einfach ausgestellt, Zu dem Zeitpunkt, wo ich eigentlich hätte aufwachen müssen, lag ich noch schlummernd im Kissen.
Was sich die Technik in meinem Handy dabei gedacht hat, will ich gar nicht wissen. Verzweifelt suche ich noch immer nach einem Schuldigen. Aber nun weiß ich auch, dass ich mich nicht mehr auf die App „Sleep Bot“ verlassen darf. (Ja, ich rate von dieser App ab! Selbst wenn sie mir bis dahin treue Dienste geleistet hat – einmal ist keinmal!)

Meine innere Uhr rettete mich dennoch. Geistesgegenwärtig griff ich nach Handy und Aufladegerät, bemerkte, dass ich nur um eine Stunde verspätet war und machte meinen Bruder wach. Selbiger suchte mir einen anderen Zug nach Schönefeld heraus, während ich meine letzte Dusche vor meiner Ankunft in Japan nahm. Denn egal, wie spät man dran ist – ungewaschen fliegt man nirgendwo hin. 
Ich schaffte die selbe Zugverbindung nur eine Stunde später und rief auf dem Weg dahin in Schönefeld und bei meiner Fluggesellschaft an – den Tränen nah wollte ich mich nur versichern, dass ich es schaffen würde.
Und man gab mir eine positive Antwort. Im Zug konnte ich sogar ein paar Witze mit meinem Bruder machen.
Trotzdem saß der Schock noch tief, selbst als ich schon im Transit-Bereich saß. 
Die Vorfreude wuchs erst ein wenig, als ich dann im durchgesessenen Sessel des Flugzeugs saß und die russisches Stewardess mich fürsorglich anlächelte. Anbei – ich habe das Gefühl, dass alle russischen Sessel gemütlich durchgessen sind – auch im Flugzeug ist man in dem weichen Leder herrlich drin versunken.

Jetzt bin ich hier in Moskau. Und die Sonne scheint. Vielleicht bin ich doch ein echtes Glückskind.
In ein paar Stunden geht es weiter. Und dann fühle ich mich endlich wieder heimisch.

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