Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

Und jeden Tag ein Starbucks Kaffee…

- Oktober 16, 2014

Da mein Internet immer noch instabil bis gar nicht vorhanden ist, beschränke ich mich vorerst auf diese Blog-Updates.
Hier kann ich sicher sein, dass jeder mal lesen kann, wenn er möchte und Zeit dazu hat. (Der Link wird ja immer schön in alle SNS wie die Pest verbreitet.)

Gerade sitze ich in Soka, das ist eine Station neben Yatsuka, da wo ich wohne und seit gestern offiziell gemeldet bin.
Es gibt ein paar Anfangsschwierigkeiten, an denen ich gerade arbeite. Ich war wohl etwas naiv, als ich dachte, ich kann hier gleich losstarten. Aber ich lasse mich nicht unterkriegen.
Zum Beispiel wollte ich ein Ticket für das FLOPPY Konzert am Samstag. Das war noch am einfachsten zu lösen, weil ich dafür nur Geld ausgeben musste. (Gestern erledigt!)

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Das Floppy-Ticket. Selbst gekauft im Supermarkt.

Aber ich habe noch kein Internet und werde so schnell ohne Bankkonto kein Vertrag bekommen. Bei meiner Familie zu Hause gibt es kein Wlan, sowas ist in Japan bei voll internet-fähigen Handys nicht üblich. Ein Handy krieg ich ohne Bankkonto auch nicht. Ein Teufelskreis.
Deshalb renne ich ständig durch Tokyo, auf der Suche nach ein paar funktionierenden Hotspots. Wenn ihr mich vermisst – ich vermisse euch auch.😉

Existenzielle Probleme tun sich jedoch gerade dadurch auf, dass ich zwar offiziell in Tokyo, Adachi-ku gemeldet und eingetragen bin, aber trotzdem keinen Bankkonto bekomme. Dazu muss ich entweder schon 6 Monate in Japan verbracht haben oder sofort eine Arbeit vorweisen können. Das war mir gestern natürlich noch nicht möglich, als ich auf den kuscheligen Stühlen der Mizuho Bank in Kita-senju saß. Mein japanischer Papa hatte mich extra dahin begleitet, da Japaner bei solchen offiziellen Anträgen keine Unterschriften erlauben, durfte ich mir sogar den Familienstempel ausleihen. Ich bin halt eine echte Sakurai. Trotzdem musste mir die freundliche junge Dame leider mitteilen, dass ich kein Konto eröffnen konnte, deshalb zog ich unverrichteter Dinge wieder ab und suchte mir den nächsten Starbucks.
Ich habe in mein meinem ganzen Leben noch nie so viel Starbucks Kaffee gesoffen. Ehrlich.

Gern geschehen!

Gern geschehen!

Hier ist der einzige Standort, an dem ich stabiles, funktionierendes Internet habe und deshalb sitze ich manchmal 4 Stunden an meinem Caramel Macchiato, der mir eigentlich nicht schmeckt um in Ruhe Mails beantworten zu können und nach möglichen Jobs zu suchen.

Heute habe ich es endlich mal geschafft und zwei Bewerbungen abgeschickt. Einmal für ein Unternehmen, in dem professionelle Deutsch-Englisch-Japanisch-Übersetzer gesucht werden, dann eine weitere Bewerbung an eine japanische Schule, die Englisch-Lehrer benötigt. Vielleicht schreibe ich noch eine dritte Bewerbung, aber dann warte ich erstmal ab. Nicht, dass ich noch den Überblick verliere. Ich sollte es langsam angehen. Das meinte eine japanische Freundin zu mir gestern. Ich bin gerade mal vier Tage zurück in Tokyo.

Trotzdem – auch wenn ich für die anfängliche Zeit genug Geld mitgenommen habe und ich auch immer auf meine Familie zählen kann – genau die sind es auch, die mich mehr oder weniger unter Druck setzen. Das machen sie natürlich nicht absichtlich.
Aber wenn alles schon um 5 Uhr aufsteht, zur Arbeit und zur Uni wetzt und ich alleine noch lange ausschlafen kann, dann fühle ich mich nicht gerade gut. Alles hetzt und rennt durch Tokyo, jeder ist beschäftigt und selbst wenn sie kurz im Starbucks sitzen, um sich auszuruhen, dann geht das nur mit einem Buch, mit dem Laptop, mit der mitgebrachten Arbeit. Meine kleine Schwester lernt jeden Tag von 6 Uhr bis 22 Uhr abends, ich sehe sie kaum und wir wechseln kaum ein Wort miteinander. Das ist okay, wenn man selber beschäftigt ist. Aber leider bin ich zur Zeit noch Tourist. Und ich hasse dieses Rumsitzen, diese Langeweile, dieses Stillstehen. Inzwischen habe ich meinen Jetlag überwunden und stehe meist auch mit um 5 Uhr auf. Dann kann ich mit der Familie frühstücken und wenigstens das Geschirr abwaschen, wenn alle anderen schon geschäftig das Haus verlassen.

Manchmal schlafe ich dann nochmal ein. Sonst ist der Tag viel zu lang.
Heute war es ähnlich. Meine liebe Oma ist dann immer noch da, wenn ich wach werde, kocht sie mir Tee und bringt mir Yakult, Joghurt oder Mandarinen. Dann frühstücke ich Reis, fermentierte Sojabohnen und Suppe vor dem morgendlichen Fernsehprogramm, putz mir die Zähne und verlasse gegen 10 oder 11 Uhr das Haus.

Das ist jedoch ein Abendessen. Kein Frühstück.

Das ist jedoch ein Abendessen. Kein Frühstück.

Immer beschäftigt. Meine Familie.

Immer beschäftigt. Meine Familie.

Gestern war ich nach langer Zeit wieder in meinem Lieblingsgeschäft in Harajuku. Das hatte ich nach dem Rückschlag mit der Bank auch nötig. Im untersten Stockwerk des Kaufhauses Laforet gibt es den Laden „Super Lovers“, der nicht nur meine Lieblingsklamotten-Marke verkauft, sondern in dem auch ein Freund arbeitet. Glücklicherweise war er gestern auch da und hat sich gefreut, mich nach so langer Zeit wiederzusehen. Eine Weile standen wir im Laden und schwelgten in Erinnerung, bevor ich mich für zwei Oberteile entschied und mich bis zum nächsten Mal verabschiedete. Das nächste Mal wird am 25. oder 26. sein, wenn der Laden für einen großen Sale extra Klamotten aus der Mottenkiste fischt.😉

Ich muss da immer was kaufen. Ich muss.

Ich muss da immer was kaufen. Ich muss.

Vielleicht habe ich bis dahin schon einen Job oder wenigsten eine Zusage, um mein Geld nicht mit großer Unsicherheit aus dem Fenster werfen zu müssen. Denn ausgeben werde ich es weiterhin. Vor allem wenn ich einen Blick auf die anstehenden Konzerte werfe…


2 responses to “Und jeden Tag ein Starbucks Kaffee…

  1. der_panse sagt:

    Na dann drück ick mal die Daumen was deine Bewerbungen angeht.
    Das Bier kannste mir geben, aber die Tentakel-Dinger überlasse ich dir ^^

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