Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

Englisch-Unterricht und Twitter

- April 28, 2015

Hier bin ich wieder. Meine Updates sind spärlich gesät, aber ich will meine Leser auch nicht zu sehr verwöhnen. 😛 Man findet mich trotzdem ständig schreibend im Internet – einfach meinen Blogroll durchklicken – irgendwo poste ich bestimmt gerade wieder einen Artikel in irgendeiner Sprache. 🙂

Ich habe schon viel über meine Arbeit geschrieben, aber noch nicht über die Firma, bei der ich nun fest angestellt bin und wöchentlich meine 8 Stunden am Tag ableisten muss. Und heute habe ich endlich Zeit dafür, da ein Schüler für meine nächste Stunde abgesagt hat – also nichts wie ran an das Update meines täglichen Lebens in Japan! 😉

Seit Anfang April bin ich Englisch-Lehrerin in einem Sprach-Studio in Shinjuku. Neben einer Ukrainerin bin ich die einzige Nicht-Muttersprachlerin, all meine anderen Kollegen sind sehr nette Briten oder Amerikaner oder Australier. Das Sprachstudio liegt zentral gelegen, nur 2 Minuten vom Bahnhof Shinjuku. Mit meinem Zug von Kinshicho kann ich direkt bis Shinjuku durchfahren, also habe ich früh immer einen entspannten Arbeitsweg von nur 40 Minuten. Und mit “früh” meine ich – 7 Uhr Arbeitsanstritt, 4:30 Uhr aufstehen.

Mein Körper gewöhnt sich aber schnell an alles und ich liebe die Morgenschichten hier – nur wenige-, aber dafür sehr gewissenhafte Schüler, ich als einzige Lehrerin und meine Lieblingskollegin arbeitet vorne an der Rezeption. Wir beide zählen dann immer hungrig die Stunden bis zur Mittagspause. Alles in allem ein sehr entspannter Job.

Meine Unterrichts-Einheiten sind 40 Minuten lang, Material, Power-Point Präsentationen, CDs und PCs stellt die Schule. Ich bin dazu befähigt Grundkenntnisse (sog. Foundation) bis Level 3 (intermediate speaker) zu unterrichten. Alles Andere überlässt man den Muttersprachlern und dafür bin ich auch sehr dankbar. Nicht, dass ich mir advanced English nicht zutrauen würde, aber ich glaube die Englisch-sprachigen Lehrer können da mit mehr Hintergrund-Wissen aufwarten und dadurch die Schüler besser unterhalten.

So eine Stunde beginnt mit 5 Minuten Smalltalk, 15 Minuten Text-Lesen & Text-Verständnis und nochmal 15 Minuten Gelerntes anwenden und üben. In den letzten 5 Minuten werden Fragen gestellt oder noch ein bisschen geplaudert – je nachdem, wie gesprächig meine Schüler sind. Ich erkläre grammatische Besonderheiten, korrigiere die Aussprache oder wir reden über wichtige Wendungen in der englischen Sprache. Das macht Spass und ist easy.

Da wir ein Sprachstudio sind, habe ich die unterschiedlichsten Schüler. Neben Studenten, Jobsuchenden, Angestellten oder Hausfrauen habe ich manchmal sogar Unternehmer oder Restaurant-Besitzer als Kunden. Die Motivation, warum Englisch erlernt wird, ist bei jedem unterschiedlich. Am meisten macht es mir Spass, Foundation – Grundkenntnisse zu vermitteln. Obwohl es mir untersagt ist, Japanisch zu sprechen, helfe ich manchmal leise aus, wenn meine Schüler gar nichts verstehen. Vor allem beim Grundkenntnis-Level kommt man manchmal nicht drum herum. Aber japanische Schüler sind stets motiviert und gut vorbereitet. Nicht alle, aber zumindest 90% meiner Kunden enttäuschen mich nicht..

Das Arbeiten hier ist ganz angenehm, auch wenn es wenig abwechslungsreich ist. Ich konsumiere gerade unheimlich viele Bücher und deutsche Nachrichten, sonst habe ich manchmal das Gefühl, dass ich “intellektuell ein wenig verkomme”. Die Unterrichts-Einheiten für eine Woche sind fest vorgeschrieben, das heisst ich unterrichte ein- und das selbe Material eine ganze Woche lang, 8 Stunden am Tag. Manchmal fühlt man sich ein bisschen wie ein Roboter.
Die Kollegen sind nett, auch wenn ich mit den japanischen Angestellten besser arbeiten kann, als mit den europäischen Kollegen. (Weiss der Teufel, was bei mir falsch gelaufen ist.) Da wir eine Überzahl an Briten haben, höre ich hier täglich nur britisches Englisch, was ich als sehr angenehm empfinde im „American English übersteuerten Japan“.

Das Gehalt ist gut und zur Zeit warte ich nur noch darauf, dass meine Visums-Unterlagen durchgewunken werden. Ob das alles so reibungslos klappt, ist noch eine andere Frage, aber darüber werde ich demnächst berichten, wenn sich mehr ergibt.

Weiterhin habe ich jetzt den Twitter-Account von http://enterjapan.me/ übernommen. Man bat mich aufgrund meiner „exzellenten SNS-Präsenz“ (ohne Witz!) jeden Tag ein bisschen für dieses Projekt zu twittern. Das macht mir nicht nur unheimlich viel Spass, es wird mir auch gut bezahlt. Alles, was also seit über einer Woche auf https://twitter.com/enterjapan_pro erscheint, ist von mir ausgewählt und eingefügt. Seit ich das Ruder übernommen habe, sind wir erstmals über die 300-Follower-Grenze gestiegen, also 50 Follower mehr in nur einer Woche. Mein Chef hat das gleich mit einer Gehaltserhöhung belohnt, über die ich mich auch gefreut habe. Ich danke an dieser Stelle auch der Uni Potsdam für die vielen, langatmigen Lesungen, in denen ich mich intensiv mit Twitter beschäftigen konnte, um meine Kenntnisse bis zur SNS-Expertin ausbauen zu können. ;P

Und an dieser Stelle gilt auch – wer noch nicht folgt, darf das gerne tun und wer kein Twitter besitzt darf auf jeden Fall trotzdem bei enterjapan reinschauen – es gibt viele spannende Artikel über Japan’s (dunkle) Geschichte und wunderschöne japanische Holzschnitte, Ukiyo-e.

Wer in Japan lebt und gern Englisch lernen will, ist natürlich auch jederzeit willkommen, mich hier in Shinjuku zu besuchen. 😉 Ich bin fast täglich vor Ort und wenn gerade kein Schüler an meinem Tisch sitzt (so wie jetzt) kann man mich beim intensiven Blog-Tippen beobachten. 😛

Weitere Updates folgen, wenn sich mein Aufenthalt in Japan in irgendeiner Art und Weise dauerhaft verlängert hat. Ich arbeite daran. Bis dahin – bleibt gesund und bleibt mir treu!


2 responses to “Englisch-Unterricht und Twitter

  1. Yabanjim sagt:

    Hab grad mal was für deine nächste Gehalterhöhung getan 😉

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