Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

Visum und andere gute Neuigkeiten

- November 11, 2015

Diesen Eintrag widme ich Panse, der meinte ich sollte mehr bloggen.
Und er hat ja auch Recht. Wenn ich meine letzten Einträge so sehe, dann müsste ich mich ja fast schon schämen für meine Nachlässigkeit in Sachen Updates.


Dabei habe ich doch endlich das erreicht, wofür ich hergekommen bin! Und ich habe es noch nicht einmal geschafft, hier mit euch zu teilen.

Ja, ich habe mein neues Visum erhalten, letzte Woche Mittwoch bin ich zur Einwanderungsbehörde gedüst, wurde wie immer höflich und respektvoll behandelt (positiver Rassismus gegenüber Deutschen ;)) und dann hatte ich meine neue Karte in weniger als einer Stunde! Das war fast schon zu einfach. Das mach ich doch glatt bald wieder. 

Nummer ziehen, Reisepass zeigen, alte Karte zerschnippeln lassen, neues Visum erhalten. Fertig. Ein Jahr Verlaengerung. Aber beim naechsten Antrag kennt man mich schon und dann wird vieles einfacher. 

Offiziell bin ich jetzt Engineer und Research in Huamnities berechtigt (klingt toll, was ist das wohl?!) – wie ich das alles auf einmal sein kann mit einem BA-Degree in Literatur ist mir natürlich fraglich – aber scheiss drauf – Hauptsache ich darf hier länger leben und arbeiten. 

Natürlich hab ich die freudige Nachricht gleich geteilt – fremde, mir entgegenkommende Menschen auf die Wange geküsst und auf dem Heimweg im Zug ein Tänzchen hingelegt – nein, wirklich. Ich bin wahnsinnig glücklich!!

Aber das war nur möglich durch die tolle Unterstützung meiner japanischen Gastfamilie, all meiner Freunde, meiner Firma in Shinjuku und natürlich auch meiner deutschen Familie, die mich immer „meinen Scheiss machen lässt.“ 

Vielen Dank dafür.

Zur selben Zeit plante eine meiner besten Freundinnen, mich ihrem besten Freund vorzustellen – in Japan ist das natürlich immer mit dem dreisten Hintergrund des Verkuppelns verbunden. 

Ich hatte kein Bock, er eigentlich auch nicht und drei Tage später waren wir plötzlich schon zusammen, weil wir uns so gut verstanden hatten. Seelenverwandte oder so. Da bin ich ja abgeklärt. 

Nun habe ich ein Visum, einen Partner und immer noch Arbeit, die mir Spass macht.

Nach wie vor unterrichte ich Englisch vollzeit, Deutsch teilzeit und ich bin im Marketing einer Immobilien-Firma. Ich schreibe was das Zeug hält, leider nur Berichte und blogs, kaum noch Prosa.

Dafür bin ich jeden Tag zu beschäftigt und für Kreativität ist im schnelllebigen Tokyo kaum Platz. Aber ich gönne mir ab- und zu etwas, vor allem diesen Monat habe ich mir drei Tage frei genommen.

Am 21. fliege ich kurz nach Kyushu, das wird das erste Mal sein, dass ich den Süden Japans besuche. Mein Hauptziel wird Fukuoka sein – nicht nur weil man da ausgesprochen gut essen kann, sondern weil ich dort auch einige Konzerte besuchen werde. Sightseeing mit Abendunterhaltung sozusagen. Mit den Bands teile ich mir das Hotel, weil es dann in der Gruppe billiger wird. Vielleicht bleibt sogar Zeit für einen Onsen-Besuch. Ich bin ganz aufgeregt. 
Am 23. komme ich wieder, arbeite ein bisschen, um dann am 27. bis 29. jeden Tag Hirasawa live wieder zu sehen. Mein November ist so durchgeplant, dass für meine neue Liebe kaum Zeit bleibt, aber der ist selber Lehrer und hat Verständnis dafür.

Nächsten Monat ziehe ich dann nochmal bis Ende Dezember durch – keine Weihnachten im nicht-christlichen Japan, vielleicht ein paar verschwenderische Partys, die einzig und allein dem Konsum dienen und bei denen man sich obligatorisch beschenken muss.

Dann am 28. kurz zurück nach Deutschland.
Fast hätte ich “Heimat” geschrieben, aber das ist ja jetzt hier, in Tokyo.

Trotzdem will ich meine Familie sehen, meine Freunde, meine Lieblingsorte.

Ich werde in Potsdam und Berlin sein und ich werde sogar einen Tag lang in Brüssel herumschlendern, da ich unbedingt in meine Lieblingsstadt zurück muss, wenn ich ihr mal schon so nahe bin.

Zwei Wochen habe ich freibekommen, dann fliege ich heim nach Tokyo und stürze mich gleich wieder ins Arbeitsleben.

Mir geht es wahnsinnig gut. Auch wenn es hier langsam kälter wird und meine kleine Wohnung mit den dünnen Wänden noch nicht winterfest ist.

Ich wollte mir bald einen Fernseher kaufen, aber vielleicht sollte ich erstmal in eine Heizung investieren…

Wenn ich nicht erfrieren sollte, werde ich bald wieder bloggen. Versprochen.


3 responses to “Visum und andere gute Neuigkeiten

  1. panse sagt:

    Hehe, ich hoffe, ich habe dich nicht in unnötigen Stress hineinversetzt 🙂
    Das scheint ja richtig prima zu Laufen im Land der aufgehenden Sonne.
    Ein mutiger Schritt – aber du hast mit dem Auswandern auf jeden Fall das Richtige getan 🙂

    Ick freu mir auf jeden Fall auf interessante Berichte — und ich will unbedingt wieder in dieses japanische Restaurant in Kreuzberg, wo wir das letzte mal waren *yummy*

    Ich wünsch dir was.

    Beste Grüße,
    der Panse

    PS: Wenn das TV-Programm genau so ist wie hier, dann hol dir´ne Heizung 😛

  2. panse sagt:

    Huhu 🙂
    Das sind ja echt tolle Nachrichten. Freut mich, dass es dir „da drüben“ gut geht.
    Genieße auf jeden Fall deinen Kurztrip in den Süden (ich erwarte tolle Bilder :P).

    Ich will unbedingt nochmal in dieses japanische Restaurant, falls man sich in Berlin sehen sollte *yummy*

    Beste Grüße nach Japan,
    der Panse

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