Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

Grillen im Sommer und andere aufregende Events in Tokyo

- Mai 18, 2016

Ja, ich gehe sehr stiefmütterlich mit meinem eigenen Blog um. Manche wundern sich vielleicht sogar schon, ob ich hier überhaupt noch aktiv bin.

Auf Sumikai schreibe ich gerade wöchentlich und den Blog meiner Firma OfJapan habe ich komplett übernommen.

Auch mein Projekt JaPunk to the World geht langsam aber stetig voran. Nur meine privaten Updates bleiben liegen.
Da setze ich halt Prioritäten – Arbeit geht vor.😛

 

In der Firma bleibt viel liegen, da wir einfach zu wenig sind, um alles in 8 Stunden zu schaffen. Und Überstunden will hier trotzdem keiner machen.

Das kann ich mir auch nicht leisten, da ich nach Feierabend meistens noch Deutsch oder Englisch unterrichte und die Schüler nicht warten lassen will.

Man merkt also – es geht mir gut. Ich bin beschäftigt und habe Spass dabei.  
Auch wenn ich manchmal sehr müde bin.

 

Die Regenzeit rückt näher und mit ihr und der aufkommenden Hitze schmilzt mein Make-up noch schneller und meine Angst vor Ungeziefer wächst.

Meine heutige Tagesplanung besteht darin, nach 8 Stunden Arbeit alle möglichem Kakerlaken-Fallen im Drogerie-Laden nebenan aufzukaufen und meine kleine Wohnung zu einer Festung auszubauen. Ich baue mir also heute Abend einen Anti-Geziefer-Schutzwall.

Ich habe sehr viel von meinem letzten Sommer in Tokyo gelernt. Zum Beispiel bei der hohen Luftfeuchtigkeit den Futon nicht auf dem Boden liegen lassen. Sonst hat man darunter schneller eine neue Schimmelpilz-Demokratie als einem lieb ist.

 

Deshalb laufen meine Sommer-Vorbereitungen auf Hochtouren. Ich denke nicht nur an die Kakerlaken-Fallen, ich habe mir auch zusätzlich einen Luftentfeuchter gekauft. Günstig beim Sayonara Sale für 6000 Yen hat mir ein nettes Mädchen aus Ikebukuro ihre alte Maschine überlassen.

Anfangs war ich ja noch skeptisch, ob das überhaupt was bringt – doch nun lasse ich das Teil manchmal an die 3 bis 4 Stunden am Tag laufen und dann schwappt und plätschert es im Container und ich gieße manchmal wirklich einen ganzen Liter Wasser in den Ausguss. So viel Feuchtigkeit in meinem Uralt-Apartment! Unglaublich!

 

Dafür ist es günstig. Und ich habe gerade erst meinen Vertrag verlängert und meine Feuerversicherung neu bezahlt, um ein weiteres Jahr zu bleiben. Ich fühle mich wahnsinnig wohl im Norden von Tokyo und dort bleibe ich auch vorerst. Die streunenden Katzen beim Tempel nebenan, die alten Omis im Supermarkt, die unsäglich lauten Nachbarn, der Geruch vom Frittierten, der immer aus dem 24-Stunden-Supermarkt zu mir herüber schwappt – das alles ist mir doch sehr ans Herz gewachsen.

 

Selbst wenn ein großes Erdbeben kommt und mein Apartment mich wahrscheinlich durch seine alte Bausubstanz als erstes ins Verderben reißt – bis dahin hatte ich wenigstens ein schönes Leben.😉

 

Für alle die jetzt Angst haben, dass ich das Ernst meine – die Chance darauf, dass ich in meinen eigenen vier Wänden unter meiner Klimaanlage und meinem schlecht zusammen gebauten Schreibtischschrank begraben werde ist sehr gering. Das hat einfach damit zu tun, dass ich nie zu Hause bin und nur gelegentlich zum Schlafen mal vorbei schaue. (Ist spannend, wenn man manchmal heim kommt und dabei neue Möbel entdeckt, die man bis dahin vergessen hatte!)

 

Sollte es also doch irgendwann stark beben, dann stecke ich wahrscheinlich im Büro oder im Zug fest. So wie es sich halt für Japaner gehört.  ;)

 

Nach dem großen Erdbeben in Kumamoto bin ich jedoch schon etwas aufmerksamer geworden und wollte mir umgehend ein Notfall-Rucksack-Set bestellen mit Taschenlampe, Proviant, Handschuhen, Maske und Erste-Hilfe-Set. Die gleiche Idee hatten wahrscheinlich 99% aller Japaner und deshalb konnte ich wochenlang weder auf Amazon noch auf anderen Websiten einen Rucksack finden. Super Timing!

 

Jetzt sind schon wieder ein paar Wochen vergangen, Kumamoto ist auch aus den Medien verschwunden und die Angst vor einem Beben damit auch aus meinem Bewusstsein.

Ich fühle mich einfach zu sicher in Tokyo. Hier gibt es nichts wo vor man Angst haben muss. Und das ist wahrscheinlich gerade die schlechteste Einstellung beim Thema Erdbeben.

 

Manche sagen ja, dass die nächste große Katastrophe 2017 kommen soll. Ob man den Prognosen glauben kann weiß ich nicht, aber was ich weiß ist, dass ich dann auf jeden Fall in Tokyo sein möchte. Meine Freunde und meine Familie leben hier und ich würde es nicht ertragen, getrennt von ihnen zu sein, ohne zu wissen wie es ihnen geht und ob ich nicht vielleicht helfen kann. Bis 2017 habe ich auch noch Zeit meinen Wasservorrat aufzufüllen und mir endlich diesen verdammten Rucksack zu kaufen. Ich bin also ganz zuversichtlich.

 

Bis dahin hab ich aber lieber noch ein bisschen Spass. Und im Juni plant meine Firma ein großes Sommer-Grillen in Akabane.

Ich würde mich natürlich freuen, wenn auch ein paar Deutsch-sprachige Tokyoter anwesend sind, deshalb verweise ich hier auf unsere Event-Seite auf Of Japan: http://blog.ofjapan.jp/again2016-summer-bbq-tokyo/

 

Essen und Getränke bereiten wir vor – es wird deshalb eine kleine Gebühr geben, um unsere Kosten zu decken.

Wer kostenlos teilnehmen möchte, weil er gerade kein Geld hat oder (so wie ich) alles für sein Erdbeben-Notfall-Set ausgeben will (:D) hat die Chance, uns trotzdem zu treffen.

 

Wir haben einen neuen Umfrage-Bogen erstellt und als kleinen Anreiz für die Beantwortung der Fragen wählen wir drei Personen aus, die zum BBQ kostenlos kommen können und für die es umsonst Bier, Fleisch und Salat gibt!

Wer also Lust und Zeit hat, darf gerne unseren Fragebogen ausfüllen.🙂

 

So, damit gehe ich erstmal zurück an meine Arbeit, die leider auch in 30 Minuten Blog schreiben nicht weniger geworden ist.

Euch einen schönen Mai und bis bald!🙂


4 responses to “Grillen im Sommer und andere aufregende Events in Tokyo

  1. YabanJim sagt:

    Erdbeben-Beklommenheit hatte ich weniger im Haus, sondern eher in den ewig langen unterirdischen Gängen, die man zwischen zwei U-Bahnlinien durchlaufen muss. Etwa in Otemachi dachte ich immer „wenn’s jetzt losgeht…“.😉

    • Friederike sagt:

      Danke fuer dein Kommentar! Bekommt man das denn mit, wenn man laeuft? Ich hab immer das Gefuehl, dass ich nichts merke, wenn ich selber in Bewegung bin…🙂

      • YabanJim sagt:

        Kann ich leider (zum Glück) nicht sagen. Als ich in Japan war, erlebte ich nur zwei Mal grade so wahrnehmbare Beben. Mein Bekannter der just dann unterwgs war meinte allerdings auch das er nichts mitbekommen hatte. Scheint wohl tatsächlich so zu sein, dass man dann weniger wahrnimmt. Ok, ab 5.5 aufwärts vermutlich schon😉

  2. panse sagt:

    Ich glaube, mir wäre eine große weite Wiese wohl am Liebsten, wenn die Erdplatten der Meinung sind, ein wenig hin und her zu tanzen😉

    Wenn das nicht so weit weg wäre, würde ich mich schon mal zum Grillen anmelden😀

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