Meine Reisen

z.Zt. Daueraufenthalt in Japan

Nachtrag „Punk-Bands, die man lieben muss“ – THE DIGITAL CITY JUNKIES

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Wie konnte ich sie nur vergessen? The Digital City Junkies! Wahrscheinlich weil ich sie vorher noch nicht so wahrgenommen habe. (Asche auf mein Haupt!)
Bis vor zwei Wochen. Wo ich von dem Sänger Harry-Ken persönlich angesprochen wurde und gefragt wurde, ob ich nicht mal zu einem Konzert kommen möchte. Ich stand mal wieder mit einem Bier in der Ecke, als die einzige Ausländerin in einem kleinen Club (es war in Higashi-Koenji), da kam er auf mich zu – auffallende Haarfarbe, aber sonst casual angezogen. Bei netten Einladungen lehne ich nie ab – Gesagt, getan – ich fuhr die Woche darauf nach Sangenjaya, in den Club Heaven’s Door und war gleich nach Beginn des Konzerts verliebt.

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Digital City Junkies – das sind Vocal Harry-Ken, Guitar & Programing KZ, Bass Yura und Drums & Programing Yu-Suke.
Diese Jungs sind nicht weniger gefährlich als die vorher genannten Bands und das liegt meist daran, dass der Sänger Harry-Ken beim Eintritt in die Halle mit Feuerwerk und Knallern um sich wirft. Gerne springt er auch mal mit Mikrofon und Mikro-Ständer von der Bühne und rollt sich auf dem Boden vor dem Publikum.

Die Musik ist feinster Punk zum Abrocken, gemischt mit New Wave Elementen und Hardrock. Wer Punk mag, wird diese Band lieben – ich schaffe es jedenfalls nie, einfach nur still zu stehen. 😉
Etwas laut kann es schon mal werden, aber diese Band weiss zu animieren und zu unterhalten.
Die nächsten Konzerte sind für September geplant, auf der offiziellen Website der Band findet man alle Termine.

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Das Album „Dirty Market“ kann auch für Fans aus dem Ausland auf iTunes käuflich erworben werden. Weiterhin kann man die CD auch bei Konzerten oder im Online-Shop erhalten. Wer Interesse an weiteren Goods hat, darf sich gerne bei mir melden.

Das nächste Konzert ist am 11. September (Freitag) im Club Heaven’s Door in Sangenjaya. Tickets können per Mail auf der offiziellen Website der Band vorbestellt werden. Name, Datum und Anzahl der Tickets beim Vorbestellen genügt.
Let’s rock together. 🙂

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Aufarbeitung meiner Reise – Teil 3 – Der Tempel

Für meine erste Nacht in Kyoto hatte Izumi sich eine weitere Überraschung ausgedacht – wir würden in einem buddhistischen Tempel übernachten, dort auch ein Frühstück bekommen und in aller Frühe Sitzmeditation („Zazen“) mit einem Mönch im Tempel durchführen.
Für uns drei Mädchen war das alles eine noch völlig neue Erfahrung – deshalb waren wir auch ziemlich aufgeregt.

Nach der Maiko-Foto-Session fuhren wir mit einem Taxi durch enge Gassen und erreichten im Dunkeln den Eingang eines Tempels. Es regnete und es war mehr als dunkel – stockdunkel um genau zu sein. Ich hatte arge Probleme mit meinen Stiefel über die glitschigen Steine zu gelangen, mein Koffer im Schlepptau erleichterte die Sache nicht gerade…
Mit Mühe und Not schafften wir es und tauschten dort gleich am Eingang die Straßen-Schuhe gegen Haus-Slipper. Für mich eine Wohltat nach dem langen Tag in Stiefeln.
Uns empfing eine ältere japanische Frau, sie wirkte etwas streng und kam gleich zum Geschäftlichen. Wir füllten eine Reservierung aus, bezahlten und bekamen einige Anweisungen.
In einem Tempel herrscht schon sehr früh Nachtruhe, Alkohol etc. ist natürlich auch nicht erlaubt.  Um 21 Uhr sollte jeder im Bett sein, gegen 5:30 Uhr war das Aufstehen geplant.
Wir bedankten uns und bekamen ein sehr großes Zimmer zugewiesen, in dem es einen kleinen Tisch, einen Ofen, Tee und einen Kleiderständer gab. In der Ecke waren Futons, Decken und Kissen für uns bereit gelegt worden.
Mein erster Eindruck? Es war super-kalt. Schweine-kalt um genau zu sein. Es gab nur dünne Papierwände, die gleich nach draußen führten und es war noch immer Winter in Japan. Wir stellten gleich den Ofen an, wurden aber nicht so richtig warm.

Vor dem Schlafengehen beschlossen wir, in ein öffentliches Badehaus, einem „Sento“ einzukehren. Im alten Japan war es nicht üblich, ein eigenes Badezimmer im Haus zu haben und die wenigen Sentos, die man heute noch in Japan findet, sind Überbleibsel dieser Tradition, „sich öffentlich zu waschen“.

Wir suchten erst einen Supermarkt und deckten uns mit Abendessen und Bier ein. Natürlich war das im Tempel nicht erlaubt, aber wann kam man schon mal mit seinen guten Freunden nach Kyoto? 😉 Die Idee kam außerdem von meiner japanischen Freundin, deshalb hatte ich als Ausländer kein schlechtes Gewissen. 🙂

Danach suchten wir das Sento auf – jeder bezahlte an die 6 Euro und dann waren wir schon in einem Vorraum, in dem wir uns ausziehen konnten und unsere Sachen in einem Spind verstauen konnten. Ich bin nicht unbedingt prüde, aber öffentlich Hygiene zu betreiben ist wohl eine Sache, die ich nie so richtig lernen werde. Es gibt ja sogar noch wenige gemischte Bad-Einrichtungen in Japan… Nun gut, hauptsache man wird halt sauber.

Zu dritt gingen wir dann in den eigentlichen Bad-Raum, in dem es kleine Wasserhähne gab, mit kalten und warmen Wasser, vor denen man knien musste. Man bekam eine Schüssel, in welche man Wasser einlassen konnte und sich damit sozusagen „abduschte“. Das Sento, welches wir besuchten, war noch ein ziemlich altes, in den neueren findet man auch kleine Duschen. So mühten wir uns dann also mit dem Schüsselchen und von dem knien taten mir auch schon bald die Beine weh.
Danach ging es noch in das 50° heiße Bad, ich hielt es da nur 10 Minuten aus und sah dann aus wie ein kleiner Krebs.
Trotzdem tat es nach der Kälte im Tempel sehr gut.

Erfrischt und mit Essen im Gepäck ging es dann zurück zum Tempel – dort schlichen wir in unser Zimmer und verbrachten die restliche Zeit bis 21 Uhr mit Essen, Trinken und Plaudern.
Dann rollten wir noch die Futons aus, nah beieinander, damit es warm blieb und kurz vor dem Schlafen stellten wir den Gasofen aus – beim Aufwachen hatte ich einen Eiszapfen an der Nase. Aber mein Körper war unter dem Futon mollig warm geblieben.

Dann ging es los – der Tempel-Komplex war riesig und wir mussten erstmal den Teil ausfindig machen, indem wir die Sitzmeditation durchführen würden. In Pajama und mit unserem Zabuton (Sitzkissen) in der Hand liefen wir verwirrt um 5 Uhr früh umher, bis uns der Mönch entgegen kam und zeigte, wo das Zazen statt finden würde.
Die Berge waren um diese frühe Stunde noch in Nebel gehüllt und sahen wie Gespenster aus, es war totenstill in Kyoto – und sowas ist in Japan selten. Ich werde wohl nie den frühen Morgen im Tempel vergessen – solch eine Stille hatte ich noch nie erlebt.

Die Sitzmeditation selber war eher unspektakulär – der Mönch erzählte uns etwas über die Wichtigkeit des Meditierens und Vergessens von allen Schmerzen und Leiden, er erklärte uns, wie man sich auf einen Punkt konzentrieren konnte und dann gab es einen lauten „Gong“ mit einer mitgebrachten Glocke und wir mussten still sein, aufrecht sitzen und durften nicht die Augen schliessen. Ich konzentrierte mich auf eine Buddha-Statue vor mir – es war auch viel zu kalt, als das man hätte müde werden können.

Das ganze dauerte nicht mal 10 Minuten, dann durften wir schon gehen und das Frühstück wurde uns in einem anderen Zimmer des Tempels serviert.
Buddhistische Mönche essen kein Fleisch – zu meinem Glück. Es gab Reis und Tofu und eingelegtes Gemüse, es gab Seetang und Sojabohnen-Pasten-Suppe mit Pilzen. Das ganze Frühstück war richtig lecker und wir lernten dabei auch noch die anderen Gäste des Tempels kennen – zwei Japanerinnen und ein Mädchen aus Taiwan.

Danach ging es schon wieder weiter – wir packten unsere Sachen und verliessen unsere Unterkunft für eine Nacht. Um 9 Uhr mussten wir schon abreisen. Doch auch an diesem Tag hatten wir schon wieder viel geplant…

Für alle, die auch planen in einem Tempel zu übernachten – ich kann es nur empfehlen. Es ist viel günstiger als ein Hotel (ich habe nur 20 Euro bezahlt), man bekommt Frühstück und ein warmes Bett. Zudem lernt man interessante Leute kennen, vielleicht auch die Familie, die im Tempel wohnt. Um eine Dusche/ein Bad muss man sich selber kümmern, aber das ist in einem Hygiene-liebenden Land wie Japan kein Problem. Die Erfahrung, die man in solch einer Unterkunft macht ist einmalig – die Stille, die Abgeschiedenheit und die Ruhe und Kraft die man dort gewinnen kann. Das sind nicht nur Floskeln. Wenn man einmal aus dem stressigen Strom der japanischen Großstädte entfliehen will, findet man auf jeden Fall einen Ausgleich in einem Tempel. Im Sommer oder Frühling lohnt es sich auf jeden Fall, im Winter sollte man diese Unterkunft eher meiden, wenn man nicht frieren will… 😉

Ich werde meine eine Nacht in Kyoto auf jeden Fall nicht vergessen.

Auf den Fotos bin ich in aller Frühe… 😉

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Aufarbeitung meiner Reise – Teil 2 – Die Maikos

Wie schon vorher erwähnt hatte ich richtig Glück, Izumi als neue Freundin gefunden zu haben. Sie schenkte mir nämlich eine Maiko-Foto-Session zum Geburtstag und das war auch der besondere Ort, an den wir uns jetzt begaben – ein Foto- und Ankleide-Studio.

Nach dem Mittag-Essen liefen wir an den kleine Geschäften von Arashiyama den Weg zurück, den wir gekommen waren und erreichten einen unscheinbaren Eingang, der mit ganz vielen Fotos beklebt war – Fotos von Leuten, die sich schon vorher als Maikos verkleidet hatten.

Eine Maiko ist das, was wir im Westen unter „Geisha“ verstehen – eine Unterhaltungsperson, keine Prostituierte, die eine harte Ausbildung über sich ergehen lassen muss, um mehrere Instrumente spielen zu können, die hohe Kunst der Konversation beherrschen muss und auch tanzen und singen lernen muss. Eine Maiko ist noch die auszubildene Geisha, eine Geisha ist dann sozusagen die Maiko mit Diplom! 😉 Ich selber habe den Begriff „Geisha“ aber noch nie in Japan gehört, manchmal denke ich sogar, dieser Begriff ist nur westlich geprägt.. Wer genaueres weiß kann mich ja gern aufklären! 🙂
Natürlich gab es in der alten Hauptstadt Heian damals auch Prostituierte, das waren dann eine sogenannte Oiran, die ihren Kimono auch ganz anders trägt, als eine Maiko.

Eine Maiko trägt weisses Make-up, rote Lippen und schwarzen Lidstrich. Ihr Kimono ist am Nacken offen, aber dafür vorne fest verschlossen. Die Obi-Schleife, also die Gürtel-Schleife befindet sich am Rücken.

Der Kimono der Oiran ist lockerer gebunden, vorne offener und gibt manchmal auch den Blick aufs Dekolleté frei. Die Schleife sitzt vorne. Das Make-up ist freier und kann auch verführerischer sein – auch die Haare können variieren. Das Outfit einer Maiko ist mehr an Konventionen gebunden, als das einer Oiran.

Izumi und ich wurden Maikos, während unsere dritte Freundin im Bunde sich für das Outfit der Oiran entschied. Und schon ging es los.

Wir mussten einen Fragebogen bzgl. Allergien ausfüllen und wurden dann in einen kleinen Umkleideraum geführt. Dort mussten wir alles ablegen, Strümpfe, Pullover, Rock und bekamen einen weißen „Unterkimono“, der sich bei mir kaum binden ließ, aufgrund des „Oberweiten-Unterschieds“. Ich hörte, die Japanerinnen vor Eifersucht seufzen, mir war es eher unangenehm, dass dieses Kleidungsstück nicht passt. Danach bekamen wir „Tabi“ – weiße Socken, die zum Kimono getragen werden und einen Schlitz zwischen großen Zeh und den restlichen Zehen vorweist.

Nach dem Umziehen wurden wir auf Stühle gesetzt und das Schminken begann. Meine Haaren wurden zurück gebunden und in weniger als einer halben Stunde hatten die geschickten Hände der Japanerin mich in eine weiße Maiko verwandelt. Zur erst wurde mein Gesicht mit Öl eingerieben, damit sich das Make-up später besser abwaschen ließ. Danach wurde mit Spachtel und Pinsel großzügig Weiß aufgetragen, dabei wurde darauf geachtet, dass mein ganzes Gesicht weiß war, auch Lippen und Augen, nur der Nacken wurde frei gelassen. Das ist bei Maikos so üblich.

Dann wurde Puder aufgetragen, damit die weiße Farbe sich auch hielt. Meine Augenbrauen wurden mit rot und braun Tönen nach gemalt, dann wurde der schwarze Lidstrich mit roten Akzenten gezogen. Zum Schluss die roten Lippen – perfekt wurden sie nachgezogen und ausgefüllt.

Meine Haare wurden mit einem Haarnetz festgehalten und nur die vorderen Partien und der Pony wurde heraus gekämmt. Dann setzte man eine Perücke auf, die vorderen Partien wurden auf die Perücke zuruückgekämmt und mit Wachs und Haarnadeln befestigt. Die Perücke war sehr schwer und wurde mit Watte ausgestopft, um besseren Halt zu bekommen. Ich liess meine vorderen Haare blond, damit ich den Eindruck einer „ausländischen Maiko“ bestärken konnte. Man hätte sie auch kurzzeitig schwarz färben können.

Dann wurden wir in ein weiteres Ankleide-Zimmer geführt, dort durften wir uns die Kimonos selber aussuchen und auch die passenden Obis und den Schmuck dazu. Ich entschied mich für einen grün-goldenen Kimono, ich wollte schon immer einen grünen Kimono tragen. Sehr geübt und wieder mit einer unglaublichen Geschwindigkeit wurden die Kimonos gebunden – normalerweise ist das sehr anstrengend und schwer, man muss alle Lagen einzeln legen, es gibt auch eine Vorschrift, wie jede Falte zu liegen hat. Man bekam einen extra-Kragen und einen weiteren „Unterkimono“ unter dem eigentlichen Kimono, darüber dann das eigentliche Kleidungsstück, der Obi wurde mehrfach herum gewickelt und zur Schleife gebunden. Darüber kam Schmuck und eine Brosche. Ich glaube man kann sich vorstellen, dass es sehr schwer war, sich in all dem zu bewegen. Die Perücke war schon eine Herausforderung, und der Kimono tat sein übriges.

Danach noch Getas – die passenden Sandalen zum Kimono. Beim Haarschmuck entschied ich mich für weiße Blüten – mein Kimono war schon auffällig genug deshalb sollte mein Haar eher „zurückhaltend“ sein.

Fertig!

Meine Freundin Izumi hatte sich für einen roten Kimono entschieden und sah einfach nur klasse aus. Ich bin ja der Meinung, dass diese Art von Make-up nur am besten zu einer Japanerin passt. Zusammen schossen wir dann unzählige Fotos und hatten sogar noch einen professionellen Fotoshoot vor einer Leinwand.

Uns wurde sogar erlaubt, mit dem Kimono durch Arashiyama zu fahren – es regnete und deshalb durften wir nicht mit den kostbaren Seidenkleidern herum laufen, aber uns wurde eine Rikscha bestellt und wir wurden durch Arashiyama gezogen und bekamen dazu noch eine ausführliche Erklärung zu allen Tempeln und Schreinen, an denen wir vorbei fuhren.

Ich genoss sichtlich die Aufmerksamkeit der ansässigen Japaner und der herumlaufenden Touristen. Der Rikscha-Fahrer war sehr charmant und so hatten wir einen Riesen-Spaß.

Mit allem drum und dran dauerte das Ganze an die 4 Stunden, auch das Abschminken war ganz schön kompliziert. Vor dem eigentlich Abwaschen mit Wasser mussten wir erneut alles mit Öl einreiben, damit die Farbe besser abging, wir entfernten Lippenstift und Augen-Make-up extra mit Wattepads und wuschen dann das gesamte Gesicht und den Nacken. Das dauerte vielleicht eine halbe Stunde, bis wirklich alles Weiß abgewaschen war. Die Haare wuschen wir auch und dann zogen wir uns wieder um.

Ich bin Izumi immer noch so dankbar für diese Erfahrung, die ich an diesem Tag gemacht hatte. Wir bekamen die Fotos vom Shooting dann ausgedruckt und auch auf CD und bedankten uns mehrfach bei dem Team des Fotostudios.

Eine wunderbare Sache, die ich jedem nur empfehlen kann, wenn er mal nach Kyoto fährt. Als Ausländer wäre es ganz hilfreich ein bisschen Japanisch zu verstehen, vor allem, wenn man Anfangs die Fragebögen ausfüllen muss. Oder man nimmt sich gleich eine japanische Begleitung mit, die einem hilft.

In die Kimonos passt man aber allemal, ich bin 180 cm groß und auch etwas kräftiger und hatte keine Schwierigkeiten. 🙂

Und hier ein paar Fotos…

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Noch wenige Tage!

Heute ist schon Montag, Donnerstag gehts los! Bis dahin wird noch fuenfmal umgepackt und umgedacht; von meinem Vater habe ich eine Koffer-Waage bekommen, um die 23 kg Gepaeck einzuhalten.
Gestern abend haben mein Freund und ich schon mal alle Souvenirs in einzelne Tueten verpackt und beschriftet – allein schon die ganzen Suessigkeiten und Kekse haben 5 kg ausgemacht. Zusaetzlich habe ich schon Schlafanzug, Unterwaesche und Socken gepackt – all die Dinge, die sich leicht entscheiden lassen und die man auch nicht mehr vor Abflug benoetigt. Erleichtert wird meine Reise dadurch, dass ich bei meinem Freund uebernachten kann – das tut nicht nur der Reisekasse gut, sondern ich kann auch viele schwere, unnuetze Dinge wie Foehn, Haarglaetter, Zahnpasta, Handtuecher zu Hause lassen und mir vor Ort ausborgen.
Heute abend und morgen gehe ich nochmal meine Liste durch, die ich selber erstellt habe und durch Tipps im Internet erweitert habe.
Meine Reiseapotheke und Kosmetik habe ich auch schon zusammen, Geld wurde durch meine Eltern umgetauscht.
Eine kleine Anmerkung zu dem Geld – ich habe bei meinen letzten Japan-Aufenthalten eine wichtige Erfahrung gemacht – nur Bares ist Wahres. Leider konnte ich weder meine Visa- noch irgendwelche anderen Geldkarten jemals nutzen, Reisechecks waren nur in bestimmten Banken eintauschbar und abheben konnte ich Geld nur, wenn ich ein japanisches Konto besass.  Natuerlich ist es unangenehm viel Bargeld mit sich herumzutragen, aber da man sich auf Geldkarte & Co. nicht verlassen kann, empfehle ich allen Japan-Reisenden den benoetigten Betrag vorher umzutauschen. Wenn jemand schon mal bessere Erfahrungen gemacht hat oder weiss, wie sich die Bargeld-Sache umgehen laesst, darf das gern in den Kommentaren hinterlassen! 🙂

Und noch etwas – Vergesst nicht weiterhin zu voten, ob ich mein Uni-Material mitnehmen soll oder nicht ( https://kamifuusen.wordpress.com/2012/01/11/eine-frage-an-meine-leser/ ) ! Ich ueberlasse diese Entscheidung wirklich meinen Lesern und werde mich dann einen Tag vor Abflug danach richten! 😉

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Erste Abschiedspartys und Sushi-Zubereitung einfach gemacht ;)

Der heutige Blogeintrag ist nicht unbedingt den Reisevorebreitungen gewidmet, sondern eher etwas persoenlich. Gestern abend hatten wir schon eine erste kleine Abschiedsparty, zusaetzlich zu meinem Flug nach Japan, wird mein Freund auch wieder in sein Heimatland zurueck kehren, aber dort erstmal eine Weile bleiben.

Um dem ganzen einen gebuehrenden Abschluss zu geben, haben mein Freund und ich gestern abend Sushi zubereitet. Wir haben dabei ziemlich improvisiert, weil wir noch ein paar Reste da hatten und sich in der Naehe von Potsdam kein guter Asia-Markt befindet (sollte es doch einen geben, wuerde ich mich freuen, wenn meine Leser mir das in den Kommentaren schreiben!).
Zwei sehr gute Freunde  wurden eingeladen, die Getraenke und Knabberzeug mitbrachten und dann hatten wir den rest des Abends viel Spass mit Musik, Sprach- und Kultur-Austausch und SNES-Spielen. (Tetris ist immer noch ein Knaller!)

Die Sushi-Zubereitung war recht simpel, man braucht nicht mal Sushi-Reis, wenn man zu improvisieren weiss. Wir haben normalen Milchreis genommen, der klebt auch schoen und ist dem japanischen Reis noch am aehnlichsten. Wichtig ist dabei der echte „Sushi-Reis-Geschmack“, den man durch Mirin (japanischen Essig) und Sake (japanischer Reiswein) erzeugen kann. In Asia-Laeden gibt es auch Sushinoko, eine kleine gelbe Tuete, die diese Gewuerzmischung als Instant-Pulver enthaelt – das nutzen sogar die Japaner weil es einfach und schnell geht und sehr gut schmeckt. Wer aber Zeit hat und gerne etwas probieren moechte, kann das auch mit Mirin und Sake versuchen. Wir hatten noch Geuwerzmischung da – also erstmal den Milch-Reis im Reiskocher gekocht, dann herausgenommen und in einer grossen Schale zum Abkuehlen hingestellt. Beim Abkuehlen kann man Luft zufaecheln und die Gewuerzmischung dazu geben, wichtig ist dass man den Reis nicht zu sehr hin- und herruehrt, sondern vorsichtig hin- und herschiebt, damit er klumpig bleibt und auch damit die Reiskoerner nicht zu sehr beschaedigt werden. Wenn man die Gewuerzmischung gut eingearbeitet hat, dann schmeckt der Reis ein bisschen saeuerlich nach Essig, ich persoenlich mag es sehr, wenn der Reis stark nach Essig schmeckt und bin deshalb mit der Mischung grosszuegig – das bleibt aber natuerlich jedem selbst ueberlassen.

Wenn der Reis einigermassen abgekuehlt ist (nicht zu kalt werden lassen, denn dann wird der Milchreis zu hart!), dann kann mit dem Zubereiten der Maki (Sushi-Rollen) oder Nigiri (einfachen Sushi) begonnen werden. Am besten man stellt sich alles vorher schon bereit, dann macht es um so mehr Spass.

Kleine Tipps – eine Schale mit Wasser und Salz sollte immer da sein – die Haende muessen feucht sein, um den Reis zu bearbeiten. 
Sushi ist nicht automatisch Fisch – auch in Japan gibt es Sushi in den unterschiedlichsten Varianten mit Tofu, Gurken oder Avocado. Genau so kann man es in Deutschland auch machen, wenn man keinen frischen Fisch findet oder sich nicht auf Lachs verlassen will – Ein Sushi Maki mit Gurke, Avocado, Mayo, Ei oder Tofu schmeckt auch sehr lecker und diese Zutaten sind guenstig und in allen Supermaerkten zu erwerben. 
Zum Rollen der Makis empfiehlt sich eine kleine Bambus-Matte, die man mit Frischhalte-Folie einwickeln kann, damit sie sauber bleibt und nicht klebt.
Fuer die Sushi Makis nimmt man zum Einwickeln japanisches Nori – also eine Art getrockneter Seetang. Der ist knusprig und schmeckt sehr gut – wenn man jedoch kein Fan von Seetang ist, dann kann man auch ohne Nori rollen – dann sollte man die Frischhalte-Folie aber auf jeden Fall benutzen,  sonst bleibt der Reis an der Matte kleben.
Sushi zubereiten braucht Zeit und macht am meisten Spass, wenn man mit anderen zusammen kocht. Das ist eine persoenliche Erfahrung, die ich weiter geben moechte! 😉

Neben den Dingen, die ich jetzt genannt habe, kann man wirklich alles verwenden, was man will – Lachs, Forelle, Shrimps, Surimi, jede Art von Gemuese, Tofu aber auch Fleisch oder japanische Gewuerze. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, man sollte einfach ein bisschen rumexperimentieren und probieren. Soja-Sauce, Wasabi und Gari (eingelegten Ingwer) nicht vergessen – die Soja-Sauce nimmt man zum Tunken, das Wasabi hilft beim Frisch-Halten vom Fisch und schmeckt schoen scharf und Gari ist zum Neutralisieren des Geschmacks zwischen den einzelnen Sushi-Speisen geeignet.

Unseren Gaesten hat es gestern gut geschmeckt und mir auch. Zu Verdanken hab ich das aber auch meinem Freund, der natuerlich das noetige Know-How hat. 😉
Na dann – Guten Appetit!

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